Die SM vor zehn Tagen? Abgesagt. Die EM von Mitte Dezember? Findet ohne die Schweiz statt. Plötzlich steht Stefanie Siegenthaler wieder ohne Ziel da. Und die Bertschikerin muss nicht nur diese beiden Hiobsbotschaften verarbeiten, sondern auch die «Magglingen-Protokolle», die am 31. Oktober im «Magazin» erschienen sind.
Emotional schwierige Wochen hat Siegenthaler deshalb hinter sich. «Kunstturnen ist meine Leidenschaft und ein sehr schöner Sport. Was abging, wurde dem nicht gerecht», sagt die 22-Jährige. Seit bald sieben Jahren ist sie Mitglied des Nationalkaders – nur Giulia Steingruber ist länger dabei.
«Es fiel uns schwer, uns zurückzuhalten.»
Stefanie Siegenthaler
Inhaltlich Stellung nehmen will Siegenthaler nicht zu den Missbrauchsvorwürfen, die ehemalige Teamkolleginnen publik machten. Sie verweist auf den offenen Brief, den das Nationalkader vor zehn Tagen veröffentlichte. «Wir haben da beschrieben, wie es für uns ist. Und wir haben im Team beschlossen, dass wir uns nicht weiter äussern», sagt Siegenthaler.
Mit dem offenen Brief stärkten die Athletinnen den Trainern des Schweizerischen Turnverbands den Rücken. «Sie helfen, fördern und begleiten uns, und wir werden dabei immer mit Respekt behandelt», heisst es da etwa. Das Klima sei gesund und familiär, die Kommunikation offen und ehrlich.

