Die EM-Hauptprobe liess ihn nicht eben in Begeisterungsstürme ausbrechen: 22. wurde Kevin Kuhn am prestigeträchtigen Koppenbergcross. «Zum ersten Mal am mystischen Koppenberg, und ja, es ist steil», schreibt der Gibswiler auf Instagram – zu einem Bild, das ihn am Anstieg auf den Pflastersteinen zeigt.
Natürlich war Kuhn mit seinem Resultat nicht zufrieden, doch abgehakt dürfte er das schnell haben. Denn mit den Europameisterschaften steht an diesem Wochenende ein Höhepunkt einer Saison bevor, die wegen der Pandemie schon stark geschrumpft ist. So sind 9 von 14 Weltcup-Rennen bereits abgesagt worden, und auch die Europameisterschaften finden nur in redimensionierter Form statt. Im holländischen s’Hertogenbosch sind keine Zuschauer zugelassen, die Rennen der U-19-Kategorie wurden gestrichen.
Fünf Rennen in den Beinen Kuhn gehört als einer von vier Elitefahrern zur 14-köpfigen Schweizer Delegation – und er hat von allen Schweizern wohl die kürzeste Anreise. Der bei einem belgischen Profiteam engagierte Gibswiler lebt derzeit in Geel in Belgien, von dort sind es nicht einmal 100 Kilometer bis an die EM-Strecke. Während Kuhn letzte Saison in der U 23 brillierte, den Gesamtweltcup gewann und in Dübendorf WM-Silber holte, verfügt er in seinem ersten Elitejahr noch nicht über viele Vergleiche mit der Konkurrenz. «Es ist schwierig zu sagen, wie gut in Form meine Gegner sind», meldet der Gibswiler denn auch vor der EM.
«Ich weiss, dass ich gut in Form bin.»
Kevin Kuhn

