Kathrin Kraus steht im Dojo. Die Trainerin im Judoclub Uster begrüsst die Teilnehmer, und sagt: «Ihr braucht Hilfsmittel: Vier WC-Papierrollen.» Und dann: «Hört ihr mich eigentlich gut?» Das Dojo ist zweieinhalb auf zwei Meter gross – «mehr braucht ihr nicht». Und es ist auch nicht an der Gerbestrasse, sondern im Wohnzimmer der Trainerin in Riedikon.
Die Videotrainings, die der Judoclub Uster seit Ende März anbietet, sind zwar eine Notlösung – aber eine, die auf sehr viel Resonanz stösst. «Kürzlich nahmen 30 Personen an einem Training teil. Die Mitglieder lechzen danach», sagt Robert Wakiyama.
«Zu sehen, wie sich die anderen abmühen, das motiviert doch ungemein.»
Robert Wakiyama, Präsident JC Uster
Der Präsident des JC Uster findet, das Videotraining entspreche durchaus einem Judo-Grundprinzip. «Sei ryoku zen yo» heisst es, was mit dem bestmöglichen Einsatz der Technik übersetzt werden kann. Und gerade heutzutage kommt es nicht nur auf die technischen Fertigkeiten an, sondern auch auf die technischen Hilfsmittel.

