Er liest Bücher, statt sich Abfahrtspisten hinunterzustürzen, und er produziert daheim in Grüningen Nussbutter: Auch für Gilles Roulin ging die Saison verfrüht zu Ende – im Weltcup gar schon am 8. März, als der Super-G von Kvitfjell wegen Nebel abgesagt wurde. Wenig später wurde die gesamte Weltcup-Saison wegen der Corona-Pandemie beendet.
Wer denkt, Roulin sei aufgrund seiner schlechten Resultate nicht unglücklich über das verfrühte Ende, der irrt. «Ich wäre in Kvitfjell sehr gerne nochmals gefahren», sagt der Grüninger. Im Hinblick auf die nächste Saison hätte er sich im Super-G in der Startliste nach vorne arbeiten wollen – nun riskiert er zumindest in dieser Disziplin eine hohe Startnummer zu Saisonbeginn.
Ein Sieg zum Abschluss
«Ich war schon traurig über die Absage», sagt er deshalb – aber räumt gleichzeitig ein: «Der Final hätte mich wohl nicht gross betroffen.» In Cortina d’Ampezzo hätten nur die besten 25 pro Disziplin starten dürfen – unter diesen figurierte der Grüninger heuer nicht, weder in der Abfahrt noch im Super-G.
Zwar gewann Roulin vor einer Woche einen Fis-Riesenslalom in St-Luc im Wallis – aber das ändert nichts an der Saisonbilanz des 25-Jährigen. Seine dritte volle Weltcup-Saison war seine bisher schwächste. Statt regelmässig in die Top 15 und erstmals aufs Podest fuhr er oft gar nicht in die Punkteränge.

