Eine Woche lang steht die Wetziker Curlinghalle ab Samstag im Zeichen des Behindertensports. Immer wieder fanden hier internationale Rollstuhlcurlingturniere statt, letzten Oktober zum zwölften Mal.
Nun ist Wetzikon Gastgeber der Rollstuhlcurling-WM – es ist die erste Weltmeisterschaft in der Geschichte des Curling Clubs Wetzikon. 12 Teams mit 72 Athleten und rund 30 Betreuer werden im Oberland erwartet. Sie spielen nicht nur um den Weltmeistertitel, sondern auch um Punkte für die Qualifikation zu den Paralympics 2022 in Peking.
OK-Präsident Bruno Schallberger hat schon mehrfach internationale Meisterschaften organisiert – für Rollstuhlcurler, aber auch die Weltmeisterschaften der Nichtbehinderten 2012 und 2016 in Basel. Und er gehört zu den Pionieren des Sports.
Rollstuhlcurling ist eine relativ junge Sportart. Was für Erinnerungen haben Sie an die Anfänge?
Bruno Schallberger: Ich war damals im Vorstand des Weltcurlingverbands und erhielt einen Anruf von der Sportverantwortlichen aus Nottwil. Sie sagte, es gebe zu wenige Sportarten, die man im Winter im Rollstuhl betreiben könne, und ich hatte das Gefühl, dass Curling passen würde. Beim ersten Anlass, den wir 2000 organisierten, waren 15 Interessierte dabei. Jemand sagte mir: «Jetzt kann ich endlich etwas machen, bei dem mir niemand helfen muss.» Relativ rasch gab es internationale Turniere, und schon 2006 wurde Rollstuhlcurling ins Programm der Paralympics aufgenommen – mit der Bedingung, dass in jedem Team mindestens eine Frau vertreten sein muss.
Mit 15 Personen begann es einst – wie viele Rollstuhlcurler gibt es heute?
Einige tausend werden es unterdessen sein. In 30 Nationen wird Rollstuhlcurling gespielt. In der Schweiz haben wir rund 60 bis 80 Rollstuhlcurler.

