Nie hatte Gilles Roulin in den letzten beiden Saisons in einem Weltcup-Speedrennen gefehlt. Auf der Startliste der Abfahrt von Saalbach-Hinterglemm vom Donnerstag suchte man den Grüninger aber vergeblich. Das überrascht auf den ersten Blick, zumal seine Leistungskurve in der Königsdisziplin nach oben zeigt, er wieder regelmässig in die Punkteränge fährt und in Kitzbühel mit dem 18. Rang sein Saison-Bestresultat erreichte.
Und trotzdem liess er nun, in seiner dritten Weltcup-Saison, eine Abfahrt aus. Im italienischen Sella Nevea, nahe der slowenischen Grenze, fuhr er am Mittwoch und Donnerstag stattdessen zwei Europacup-Super-G. Der Entscheid dürfte in Absprache mit den Trainern gefallen sein. Dass Roulin nicht gerade begeistert klingt, wenn er darüber spricht, versteht sich von selbst. Aber der 25-Jährige macht auch klar, dass er den Sinn dahinter sieht.
Es droht ein Teufelskreis
Denn Roulin riskiert auf die nächste Saison hin im Super-G ausser Rang und Traktanden zu fallen. Falls er in der Weltcup-Startliste nicht in den Top-30 figuriert, ist für seine Startnummer die Fis-Punkteliste massgeblich. Dort liegt er nur auf Rang 58. Und eine hohe Weltcup-Startnummer verringert die Chancen auf gute Ränge, weil die Piste im Verlauf des Rennens im Normalfall gute Zeiten erschwert. Dann droht ein Teufelskreis – weil sich das auch auf die Fis-Punkte negativ auswirkt.
«Eigentlich hätte ich gewinnen müssen, damit es sich positiv auf die Punkte auswirkt.»
Gilles Roulin

