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Kevin Kuhns Genussfahrt

Kevin Kuhn wird an der Radquer-WM in Dübendorf seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt im U23-Rennen die Silbermedaille. Der Gibswiler kostet seinen Erfolg schon vor der Ziellinie aus.

Kevin Kuhns Genussfahrt

Er war der grosse Hoffnungsträger von Swiss Cycling an der Heim-WM in Dübendorf: Kevin Kuhn. Und der Gibswiler wurde den Erwartungen im U23-Rennen vollauf gerecht.

Der 21-Jährige zeigte am Samstagmittag auf dem Dübendorfer Flugplatzareal einmal mehr, wie abgezockt er mit Druck umgehen kann. Kuhn legte einen starken Auftritt hin und war von Anfang an immer in den vordersten Positionen anzutreffen.

Letztlich musste der Tösstaler lediglich dem Holländer Ryan Kamp den Vortritt lassen, wobei der Rückstand in der Schlussphase noch auf über eine halbe Minute anwuchs.

Vor der Ziellinie in Feierlaune

Das aber war Kuhn egal. Er konnte es sich sogar leisten, auf der Zielgerade abzubremsen, die letzten Meter der Fahrt zu geniessen und seine Silbermedaille ausgiebig zu feiern.

Kuhn verneigte sich vor dem Publikum leicht, dann klatschte er mit einigen Fans ab, ehe er unter grossem Jubel die Ziellinie querte. 16 Sekunden hinter ihm sicherte sich der Holländer Mees Hendrikx die Bronzemedaille.

«Ich bin megahappy.»
Kevin Kuhn

«Ryan war der Stärkste heute», anerkannte Kuhn nach der Siegerehrung, die er sichtlich genoss. Der junge Oberländer trauerte keineswegs dem verpassten Weltmeistertitel nach, sondern freute sich über seinen 2. Platz. «Ich bin megahappy.»

«Es tut auch ihm weh»

Mehr als die Hälfte des Rennens durfte Kuhn auf Gold hoffen. Der dreifache U23-Weltcupsieger war Teil der mehrköpfigen Spitzengruppe, zu der erwartungsgemäss auch der Holländer Ryan Kamp sowie der Franzose Antoine Benoist gehörten.

In der vierten Runde aber lancierte Kamp den entscheidenden Angriff. Er distanzierte Kuhn und die restlichen Verfolger schnell um rund sieben Sekunden und hielt danach seinen Vorsprung konstant aufrecht.

«Ich habe trotzdem lange daran geglaubt, ihn noch einzuholen. Denn ich wusste, es tut auch ihm weh», sagte Kuhn hinterher. Kamp aber, der die zwei letzten U23-Weltcuprennen der Saison für sich entschieden hatte, zeigte keinerlei Schwächen mehr.

15 Jahre nach Zahner

Erwartungsgemäss mit der Entscheidung nichts zu tun hatte Felix Stehli. Der 19-jährige Gibswiler, der sich vorgenommen hatte, das beste Rennen der Saison zu zeigen, klassierte sich auf Rang 38. Kuhn ist derweil der zweite Oberländer, der eine U23-WM-Medaille holte. 2005 war Simon Zahner in St. Wendel Dritter geworden.

Wie Kuhn seine Medaille feiert, wusste er kurz nach Rennschluss noch nicht, wie er lachend sagte. «Aber es wird mir sicher etwas einfallen.» (Oliver Meile)

Der Liveticker von Oliver Meile und Florian Bolli zum Nachlesen:

 

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