«Das ist ja topfeben und langweilig. Das ist keine Schweizer Strecke, sondern ‹en Seich›». Was Daniel Gysling zu hören bekam im Vorfeld der Radquer-WM in Dübendorf war nicht immer nur schön und aufmunternd. «Manche suchen das Negative», sagt der Wetziker. Als Streckenchef will er die Kritik auch widerlegen – und muss bisweilen Aufklärungsarbeit leisten.
Er wurde schon gefragt: «Warum macht ihr das nicht in Hittnau?» Seine Replik: «Hittnau ist ein tolles Rennen, aber der Platz taugt nicht für eine WM mit dem ganzen Zauber um die Strecke herum.» Allein das Fernsehen brauche 2000 bis 3000 Quadratmeter befestigten Untergrund, der Teamparkplatz ist 10’000 Quadratmeter gross. «So etwas ginge in Hittnau nicht.»
«Es ist eine Strecke, die fast auf dem Papier entworfen wurde – und nicht, indem man mit Velos das Gelände abfuhr und Varianten testete.»
Daniel Gysling
Streckenchef der Radquer-WM – es ist ein Job, den der 37-Jährige so eigentlich nicht suchte. In der Radquer-Szene ist der ehemalige Strassenfahrer seit einigen Jahren als Mechaniker des Dürntners Simon Zahner unterwegs. Er bot sich dem OK zwar an, «wir kamen nach der WM-Vergabe ins Gespräch, ich sagte ich sei Vermesser und könnte Pläne erstellen und aufbereiten.» Es wurde dann aber doch deutlich mehr als nur das.
Über 400 Stunden investierte Gysling in die Planung, seit die WM vor zwei Jahren nach Dübendorf vergeben wurde. Umgesetzt wird in dieser Woche: Seit Montagmorgen baut er mit rund 70 Zivilschützern die Strecke auf. 3,2 Kilometer lang ist die Schlaufe, die die Fahrer am Wochenende absolvieren werden. Rund 8,5 Kilometer Absperrgitter und 1000 Holzpfähle werden unter anderem verbaut.

