Gerade noch im richtigen Alter, eine Saison 2018/19, die Erwartungen geweckt hat und vor allem die Perspektive Heim-WM – die ersten Nachwuchsweltmeisterschaften in seiner Sportart Biathlon haben beim Walder Sebastian Stalder für Schub gesorgt. «Ich will um die Medaillen laufen», sagte er hinsichtlich der drei Einzelentscheidungen und auch für die Staffel vor der Saison.
Jetzt aber, unmittelbar vor dem grossen Saisonziel, formuliert der eben 22 Jahre alt gewordene Biathlet des SC am Bachtel vorsichtiger. «Ich will meine Limiten finden, strebe vier perfekte Rennen mit einem sehr guten Gefühl bezüglich Körperempfinden, Ski und Technik an.» Das vorgängig zentrale Rang-Ziel nennt er nicht mehr. Bewusst: «Ich will mir den Druck nehmen.»
«Es hat nie alles zusammengepasst.»
Sebastian Stalder
Um einen Strategiewechsel zur mentalen Entlastung allein handelt es sich nicht. Sebastian Stalder, der letztjährige Junioren-WM-Fünfte, hat in diesem Winter bisher keine Resultate erreicht, die jenen der Saison 2018/19 entsprechen. «Ich bin verhalten gestartet», sagt er dazu. Allzu viele Direktvergleiche hat er allerdings nicht. Im IBU Junior Cup, den er letzte Saison auf Rang 2 beendete, bestritt er keine Rennen. Stattdessen mass er sich bei der Elite im IBU-Cup, auf zweihöchster Stufe unter dem Weltcup – mit mässigem Erfolg.
«Es hat nie alles zusammengepasst», sagt er. Entweder konnte er seine Möglichkeiten läuferisch nicht abrufen oder wenn’s dann in der Loipe besser lief, versagte er beim Schiessen. Gerade bei der zweiten Disziplin entspricht dies nicht dem Gewohnten. Stalder gilt als exzellenter Schütze mit einer inneren Ruhe und grosser Treffsicherheit. «Ich war verunsichert und das widerspiegelt sich beim Schiessen», sagt er. Zu viele Gedanken machte er sich.

