Statt Jubel gab es Diskussionen. Vor zwei Wochen startete Kai Mahler in Modena in die Weltcup-Saison, und der Big-Air-Wettkampf gelang ihm eigentlich ganz gut – glaubte der Fischenthaler. Doch die Punktrichter sahen es anders, sie bewerteten seinen Sprung in seinen Augen viel zu tief – und der Oberländer landete nur im 19. Rang.
«Ich diskutierte lange mit ihnen. Am Schluss merkten sie wohl, dass sie einen Fehler gemacht hatten», sagt Mahler. Dass er sich mit dem Gespräch einen schlechten Ruf einhandelte, glaubt der 24-jährige nicht. Er lacht und sagt: «Ich bin längst nicht der einzige, der das tut.»
«Wenn man erstmals einen neuen Trick sieht, ist man beeindruckt; wenn man den Sprung schon kennt, ist das nicht mehr so. Das ist ja menschlich.»
Dafür ist er weiterhin der einzige, der jenen Trick zeigt, der in Modena nicht gut bewertet wurde. Seine Wunderwaffe «Switch left Pregrab Inside Safety to Stalefish Double Cork 1080» wurde nicht kopiert. Die Spezialität daran, den «grab» vor dem Absprung, hat Mahler verfeinert, «das geht nun ruhiger, schöner und länger».
Doch eben: Aufs Weltcup-Podest, wo er im Big Air eigentlich hin will, trug ihn dies noch nicht. Vielleicht auch, weil der «Wow-Effekt» verpufft ist, wie Mahler es formuliert. «Wenn man erstmals einen neuen Trick sieht, ist man beeindruckt; wenn man den Sprung schon kennt, ist das nicht mehr so. Das ist ja menschlich.» Deshalb will er an seinem Sprung noch feilen, ihn verbessern mit einer halben oder einer ganzen Drehung mehr.

