Uster wird den Heimfluch nicht los
3:4 am Samstag gegen Chur, 5:6 nach Verlängerung am Sonntag gegen Waldkirch-St. Gallen: Der UHC Uster tut sich in dieser Saison im heimischen Buchholz sehr schwer. Aus den ersten vier Heimspielen resultierte lediglich ein Punkt – jener von gestern Sonntag.
Und auch um diesen mussten die Ustermer zittern. 1:4 lagen sie nämlich nach 40 Minuten zurück. Zwar hatte Michael Wüst die Gastgeber nach 76 Sekunden in Führung gebracht, doch die Ustermer waren fehleranfällig und offenbarten Zuordnungsprobleme, was die St. Galler zu nutzen wussten.
Nicht clever und nicht effizient genug
«Wir hatten extrem Mühe in der offensiven Zone, haben zu schnell den gefährlichen Pass gesucht, anstatt uns zu installieren», sagte Usters Assistenzcoach Marc Werner. Und weil Simon Beerli und Anjo Urner gute Möglichkeiten ausliessen mussten die Gastgeber den Gegner im Mitteldrittel von 1:2 auf 1:4 davonziehen lassen, obschon sie sich eigentlich gesteigert hatten.
Im Schlussabschnitt fielen die Ustermer Tore aber doch noch: Markus Kulmala, Fabian Steiger und Timon Stäubli im Powerplay, sorgten bis zur 55. Minute für einen ausgeglichenen Spielstand, und als Captain Joel Kanebjörk eine Minute später sogar den Führungstreffer schoss, übertönte der Jubel die lautstarke Ostschweizer Fantruppe auf der Tribüne.
«Das war ein Beispiel, wie wir in der Defensive nicht clever genug agieren.»
Usters Assistenzcoach Marc Werner
Doch der St. Galler Coach Fabian Arvidsson fand im folgenden Timeout die richtigen Worte. Nur 30 Sekunden nach Wiederanspiel jubelten die Gäste über den Ausgleich. «Das war ein Beispiel, wie wir in der Defensive nicht clever genug agieren; wir sind bei den gegnerischen Kontern oft gar nicht in Unterzahl, aber wenn die Zuordnung nicht stimmt, steht ein gegnerischer Spieler frei», resümierte Werner.
So kam es wie es kommen musste: Nach anderthalb Minuten der Verlängerung musste Usters Markus Kulmala, mit einem Treffer und drei Assists eigentlich der Mann des Spiels, wegen Stockschlags auf die Strafbank. Uster-Keeper Janik Feiner machte zwar erst noch eine Grosschance zunichte, blieb aber wenige Sekunden später gegen Gäste-Topskorer Michael Spiess machtlos.
Der Churer Torhüter liess Uster verzweifeln
Auch Samstag gegen Chur mussten die Ustermer einem Rückstand hinterherrennen. Nach neun Minuten hiess es bereits 0:2. Timon Stäubli brachte die Ustermer wenig später auf 1:2 heran – er überraschte Churs Keeper Christoph Reich mit einem platzierten, knapp hinter der Mittellinie abgegebenen Weitschuss aus dem Lauf heraus. Doch es sollte der einzige Missgriff des glänzend aufspielenden Bündner Torhüters bleiben.
Im zweiten Drittel agierte das wegen des eingeschränkten Defensivkaders wie die Woche zuvor bei den Tigers Langnau wiederum mit nur zwei Verteidigerpaaren spielende Heimteam zwar etwas druckvoller, musste allerdings trotzdem den dritten Gegentreffer hinnehmen, wobei die Bündner von einem zweiminütigen Ausschluss Stäublis wegen Stockhaltens profitierten. Die Ustermer ihrerseits hatten zuvor einen Torerfolg in Überzahl verpasst, auch weil Reich mit einem sehenswerten Reflex ein Geschoss von Marco Klauenbösch entschärfen konnte.
Ein Dreifachtorschütze – aber keine Punkte
Der vierte Churer Treffer nach fünf Minuten im Schlussdrittel schien schon eine Vorentscheidung zu sein, war es jedoch nicht, weil die Ustermer nicht aufsteckten. Allerdings benötigte das Heimteam eine doppelte Überzahl, damit wiederum Stäubli auf 2:4 verkürzen konnte.
Definitiv wieder laut wurde es in der Buchholz-Halle, als Stäubli dreieinhalb Minuten vor Schluss – und nur gerade drei Sekunden nach dem Timeout von Coach Mika Heinonen – den Anschlusstreffer erzielte und damit seinen Hattrick komplettierte. Dem abschliessenden Ansturm des Heimteams hielten die Bündner, insbesondere Torhüter Reich, dann jedoch stand. (zo/ucu)

