Der Einstieg von Ferry Bencze (58) als Funktionär beim Leichtathletikclub Uster (LCU) vor elf Jahren ist ein symbolträchtiger Akt: Zufällig reist seine Tochter am selben Tag aus dem Trainingslager in der Toskana in die Schweiz zurück wie Bencze und seine Frau aus ihren Toskana-Ferien. «Ich verabredete mich mit den beiden Trainern auf einen Kaffee an einer italienischen Raststätte», erzählt Bencze.
Die Gespräche ziehen sich in die Länge, sodass er sich zu den Trainern in den Teambus setzt. Während der Fahrt wird klar: Um die Technikdisziplinen des LCU steht es schlecht. Es kann kaum ein geregeltes Training angeboten werden. Bencze beschliesst, sich für den Verein zu engagieren. «Symbolisch übernahm ich ab Bellinzona das Steuer und trug die Verantwortung für die Kinder.» Damals als Chauffeur, in der Folge als Coach.
Vom Hilfs- zum Diplomtrainer
Anfangs wirkt Bencze als Hilfstrainer. Dann packt ihn die Begeisterung für die technischen Leitathletikdisziplinen. «Die Analyse der biomechanischen und physikalischen Aspekte hinter den hochkomplexen Bewegungsabläufen fasziniert mich», so Bencze. Er beginnt mit der Ausbildung zum Diplomtrainer und bildet 2009 eine Mehrkampftrainingsgruppe.
Andere Eltern lassen sich von Benczes Eifer anstecken und engagieren sich im Trainingsbetrieb. Nach zwei Jahren stellen sich Erfolge ein: zuerst kantonal, dann regional, schliesslich national. Heute umfasst die Mehrkampfabteilung des LCU sieben Nachwuchskadermitglieder. Inzwischen ist der frühpensionierte Ex-Banker Trainingsverantwortlicher der Mehrkampfabteilung.

