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«Mit jungen Fahrern unterwegs zu sein, motiviert mich»

Der Dürntner Radquer-Routinier Simon Zahner sagt vor dem Saisonstart in Illnau, weshalb er nicht an den Rücktritt denkt.

Sie sind mit 36 Jahren der älteste Fahrer im Elite-Feld in Illnau am Sonntag. Ist Ihnen das bewusst?
Nicht so wirklich. Ich könnte jetzt den alten Spruch bringen, man sei so alt, wie man sich fühlt. Ich bin gerade auf dem Weg nach ­Illnau ins Quer-Training – die einen kommen mit dem Zug dorthin, weil sie noch nicht Autofahren können. Wir trainieren zusammen auf hohem Niveau, haben es lustig. Mit jungen Fahrern unterwegs zu sein, motiviert mich. Ich spüre ihre Freude.

Freude hatten Sie letzte Saison nur bedingt. «Bei jedem Rennen war irgendwas nicht gut», sagten Sie im Februar. Warum wird die neue Saison besser?
Ich habe einen superguten Sommer hinter mir, hatte im Training immer ein sehr gutes Gefühl – und ich rannte ganz bewusst nicht jedem Rennen nach, um mir dieses Gefühl zu bestätigen. Ich fuhr zwar noch nie so we­nige Rennen im Sommer. Aber im Gegensatz zum letzten Jahr konnte ich lückenlos alles machen, was ich mir vorgenommen hatte. Mit meiner Erfahrung muss das reichen, um in Illnau gut beginnen und den Schwung danach mitnehmen zu können.

«Das ist, als wäre man ein Jahr lang immer wieder an der eigenen Beerdigung.»

Inwiefern trainieren Sie mit 36 anders als früher? Brauchen Sie mehr Erholungszeit?
Ich trainiere anders. Aber der grosse Unterschied zu früher ist: Vor zehn Jahren hatte ich zwei kleine Kinder, und meine Frau war schwanger mit Zwillingen. Jetzt haben wir vier Kinder zwischen vierter Klasse und Oberstufe. Die haben Hausaufgaben, Elternabende – es ist viel mehr los neben dem Sport als früher. Ich versuche immer das Ganze im Auge zu behalten, mache nicht einfach, was ich will. Ich will den Sport so ausüben, dass alle etwas davon haben. Sonst hätte ich das gar nicht so lange machen können.

Wie lange fahren Sie noch? Ist nach der Heim-WM in Dübendorf im Februar Schluss?
Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich kann mir nicht vorstellen, einen Rücktritt anzukünden, Rennen für Rennen abzuhaken und überall verabschiedet zu werden. Das ist, als wäre man ein Jahr lang immer wieder an der eigenen Beerdigung. Bis nach der WM läuft der Vertrag mit meinem Sponsor. Dann sehen wir weiter.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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