Letzte Saison fuhr Michael Alborn bei den Stehern noch auf dem Velo hinter dem Motorrad her und dachte sich: «Der da vorne hats locker, der muss nur draufstehen und im Kreis fahren.» Jetzt ist er selber Schrittmacher und weiss: So locker ist das Ganze nicht. «Ich hatte noch nie solchen Muskelkater in den Beinen wie nach dem ersten Rennen.»
Rennen fuhr Alborn auf der offenen Rennbahn in Oerlikon und auch anderswo schon mehr als genug. Fast zehn Jahre lang war er als Radrennfahrer unterwegs, die Hälfte davon auch als Steher. Nach der letzten Saison hörte er auf, weil die Leistungen nicht mehr seinen Erwartungen entsprachen und «die Motivation und die Zeit, um hart zu trainieren, fehlten».
Doch es reizte ihn einmal zu erleben, wie sich ein Schrittmacher fühlt. Die ersten Versuche absolvierte er letzten Herbst unter Anleitung von Mathias Luginbühl, dem Schrittmacher von Steher-Dominator Giuseppe Atzeni. «Nach 200 Metern lag ich das erste Mal auf dem Ranzen», sagt Alborn lachend.
Bei der Premiere den fünften Gang vergessen
Es waren Trockenübungen auf dem Innenraum der Rennbahn, bei denen Alborn sich erst mit dem Motorrad vertraut machen musste. «Ich war vorher noch nie Töff gefahren, hatte mit 14 sogar die Töffliprüfung nicht bestanden.» Kupplung, Schaltung – alles war neu für ihn.

