Eine Weltmeisterschaft für Studierende gibt es seit Jahrzehnten. Da wird jeweils in Nationalteams gelaufen. Für die neu geschaffenen Europameisterschaften wurde ein neues Konzept kreiiert: Die Athleten sind für ihre Hochschule im Einsatz. Die ETH Zürich erwies sich dabei der Konkurrenz krass überlegen, sie stellte das weitaus erfolgreichste Team. Die Skandinavier waren allerdings nicht mit dabei.
Im Sprint pfeilte im schnittigen ETH-Dress Riccardo Rancan schnell, sicher und souverän durch die Gassen und Strassen von Mohelnice und lief Bestzeit. In der Qualifikation war noch nicht alles optimal gelaufen, doch bei der Entscheidung war Rancan bereit: « Ich fühlte mich gut, konnte permanent pushen und im Finish noch zusetzen » .
« Das war schon speziell, dass wir gleich zu dritt vom gleichen Team auf dem Podest gestanden sind. »
Riccardo Rancan
Rancan erkannte die möglichen Fallen in Form von Sackgassen und künstlichen Hindernissen und konnte, als gegen Schluss die läuferische Komponente entschied, zulegen. Auf dem Podest standen schlussendlich drei ETH-Studenten: Florian Attinger blieb 7 Sekunden hinter Rancan zurück, Janis Schönleber deren 16. Rancan: « Das war schon speziell, dass wir gleich zu dritt vom gleichen Team auf dem Podest gestanden sind. » Die ETH unterstützte die Delegation mit der Erstattung der Reisekosten sowie mit dem von den Studierenden selbst gestalteten Laufdress.
Nach dem Erfolg zum Auftakt kämpfte Rancan eher unglücklich. Auf der Mitteldistanz lief er in einem Dickicht wenige Meter am schwierigsten Posten des Rennens vorbei und musste sich mit dem zehnten Rang zufrieden geben. In der abschliessenden Sprint-Staffel wäre es zu einem überlegenen Start-Ziel-Sieg des favorisierten Duos Rancan/Attinger gekommen – doch Attinger hatte auf der ersten Schleife den drittletzten Posten nicht angelaufen.

