Ustermer Radprofi tritt mit 23 zurück
Die Meldung von Swiss Cycling kommt für Aussenstehende etwas überraschend. Noch im April hatte Patrick Müller die Limburg Classic (NED), ein Wettkampf auf Kontinental-Niveau, für sich entschieden.
Nur wenige Tage danach erreichte Müller beim belgischen Eintagesrennen Pfeil von Brabant als bester Schweizer den 19. Rang.
Und jetzt, nur drei Monate später, gab der 23-Jährige in seinem gerademal zweiten Profjahr den Rücktritt zum Ende der Saison bekannt.
«Es war eine sehr schwierige Entscheidung. Die Operation, welcher ich mich vor einem Jahr unterzogen hatte, war meiner Meinung nach die letzte Chance gewesen. Leider ist der Schmerz immer noch präsent, und ich kann mir nicht vorstellen, meine ganze Karriere so zu bestreiten», lässt er sich zitieren.
Probleme seit Juniorenzeiten
Der Hintergrund: Zum Ende der letzten Saison wurde Müller an der Iliac-Arterie operiert, um die Problematik des schlechten Blutflusses im linken Bein zu beheben – die Resultate fielen jedoch nicht wie erhofft aus. Die Schmerzen behinderten ihn schon seit Juniorenzeiten.
Ungeachtet davon hatte der Schweizer U23-Meister von 2015 von seinem französischem Team Vital Concept unlängst eine Vertragsverlängerung angeboten bekommen.
«Für mich war umgehend klar, dass ich diesen höher dotierten Vertrag unter den jetzigen Umständen nicht unterschreiben möchte, im Wissen, nicht meine volle Leistung erbringen zu können», so der Allrounder.
«Mit Patrick verlieren wir eines unserer grössten Talente.»
Thomas Peter, Sportdirektor Swiss Cycling
Beim Verband bedauert man den Rücktritt von Patrick Müller ausserordentlich.
«Mit Patrick verlieren wir eines unserer grössten Talente. Er ist ein sehr professioneller und kompletter Athlet. Es ist bedauerlich, dass ein Gesundheitsproblem einer so vielversprechenden jungen Karriere ein Ende setzt», sagte Thomas Peter, Sportdirektor von Swiss Cycling.
Wiederaufnahme des Studiums
Nichtsdestotrotz beendet Müller die laufende Saison mit seinem Team. Anschliessend wird er sein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften wiederaufnehmen.
Der Ustermer betont, dass er «auf die eine oder andere Weise» mit dem Radsport verbunden bleiben werde.

