1000 Kilometer und 17’000 Höhenmeter an einem Stück – diese Werte würde einem durchschnittlichen Hobbyvelofahrer den Angstschweiss auf die Stirn treiben. Nicole Reist hat dieses Pensum letzte Woche in Österreich innert 42 Stunden und 10 Minuten hinter sich gebracht, sich damit den vierten Ultracycling-Weltmeistertitel gesichert, ihren eigenen Rekord über diese Distanz um eine Stunde verbessert und dabei nur vier Männern den Vortritt lassen müssen.
So weit, so beeindruckend. Umso mehr, als Reist fand, sie habe nicht ihre volle Leistung auf die Pedale bringen können. Das Wetter war mal heiss und mal stark regnerisch, Magenprobleme plagten sie, «sonst wäre wohl noch mehr drin gelegen.»
Doch angesichts der Pläne der 35-Jährigen, erscheint das, was sie letzte Woche bewerkstelligte, ein Klacks. Reist hat sich etwas zum Ziel gesetzt, was bisher noch niemand erreichte. Nach der WM will sie auch das Race Across France (RAF, 28. Juli bis 4. August) und das Race Around Austria (RAA, 12. bis 17. August) für sich entscheiden. Das bedeutet: 2600 Kilometer und 45’000 Höhenmeter, dann eine Woche Pause, und danach noch einmal 2200 Kilometer mit 35’000 Höhenmetern.
«Die Kombination ergibt zusammengezählt mit 4800 Kilometern etwa die Distanz des Race Across America –allerdings mit 80’000 statt 50’000 Höhenmetern», sagt Reist. Und wohlgemerkt: Sie will das alles nicht nur einfach irgendwie hinter sich bringen – sie will gewinnen, jedes Mal.

