Thomas Schwarz, der UHC Uster scheiterte in der Viertelfinal-Serie gegen Wiler-Ersigen genau gleich wie in der letzten Saison 0:4. Wie schätzen Sie das Abschneiden mit etwas Distanz ein?
Thomas Schwarz: Die Enttäuschung ist immer noch gross. Dass wir erneut zu Null verloren haben, widerspiegelt eigentlich nur die halbe Wahrheit. Wir waren näher dran, hatten aber Pech mit Verletzungen. Doch Wiler wurde nicht ohne Grund in diesem Jahrtausend elf Mal Meister. Sie sind sehr breit aufgestellt, haben ein anderes Selbstvertrauen, sie mussten nicht alles abrufen und legten im entscheidenden Moment zu.
So schied der UHC Uster gegen Wiler-Ersigen aus. (Video: UHC Uster/facebook)
31 der 32 NLA-Duelle gegen Wiler-Ersigen gingen bisher verloren. Warum schaffte es Uster wieder nicht, gegen diesen Gegner wenigstens einen Sieg zu feiern?
Vielleicht war doch zu viel Respekt vor dem grossen Wiler dabei. Ich bin überzeugt, dass wir jede Mannschaft schlagen können. Im Moment wäre es vermessen zu sagen, dass wir gegen Wiler eine Serie über sieben Spiele gewinnen könnten. Einzelne Spiele aber schon. Der nächste Schritt muss sein, dass wir lernen, Playoffspiele zu gewinnen. Das hat vor allem mit Erfahrung zu tun. Die fehlt im UHC Uster diesbezüglich noch. Wir sind aber auf dem richtigen Weg und haben nach der erstmaligen Playoffqualifikation in der letzten Saison ein anderes Selbstbewusstsein gezeigt.
In der Qualifikation war Uster mit 35 Punkten so gut wie noch nie. Angesichts des phasenweise grossen Lazaretts ist das sehr respektabel. Was wäre ohne Verletzungspech möglich gewesen?
Ich weiss es nicht, das wäre auch reine Spekulation. Es war eine positive Saison, weil wir den Weg der letzten vier Jahre fortgeführt und uns weiterentwickelt haben. Wir hatten Verletzungsprobleme, und wir müssen uns schon fragen, woher diese Häufung kommt, ob wir vielleicht im letzten Sommer falsche Grundlagen geschaffen haben. Tatsache ist: Wir haben das Beste daraus gemacht. Einige Spieler entwickelten sich sehr gut. Marco Hurni beispielsweise musste in seiner ersten NLA-Saison in den ersten zwei Verteidigungslinien viel Verantwortung übernehmen – er musste zuerst Florian Bolliger ersetzen, dann Fabian Steiger. Die beiden Routiniers führten ihn. Hätte er im dritten Block gespielt, hätte er wohl nicht im selben Mass profitiert. Allgemein waren die Auftritte der jungen Spieler erfreulich – sie kamen unbekümmert rein, völlig egal ob beispielsweise ein Hofbauer gegenübersteht.
«Wir sind nicht mehr nur sympathisch, sondern man attestiert uns, dass wir Fortschritte machen.»
Uster-Sportchef Thomas Schwarz

