«Jetpilot», sagte Gilles Roulin, als ihn das Fernsehen für eine Beitragsserie über die Traumjobs der Schweizer Skirennfahrer anfragte. Eigentlich erhoffte sich der Grüninger einen Mitflug in einem Kampfjet – dazu kam es nicht, und auch der geplante Cockpitbesuch auf dem Weg an die WM nach Are entfiel, weil der Flug verschoben wurde. Den kann er noch nachholen. Und Roulin durfte in einem Simulator selber fliegen.
Dabei stellte er durchaus Parallelen zu seinem Job als Skirennfahrer fest. «Fliegen selber ist nicht die grosse Schwierigkeit. Wie die Piloten aber lernen mit Ausnahmesituationen umzugehen und im Simulator trainieren, darauf zu reagieren, das war spannend für mich.»
Ausnahmesituationen, unerwartete Umstände, die man selber nicht beeinflussen kann – das kennt auch Roulin. Im Unterschied zu einem Piloten hat er aber keine Checklisten für solche Situationen – ihm bleibt einzig, Erfahrungen zu machen und daraus zu lernen.
«Man sagt, die zweite Saison sei schwieriger. Ich wollte, dass das für mich nicht stimmt. Ich hatte mir grundsätzlich mehr vorgenommen. Das Positive ist: Ich habe viel gelernt.»
Gilles Roulin
Es ist für Roulin auch die Quintessenz aus seinem zweiten Weltcup-Winter. «Man sagt, die zweite Saison sei schwieriger. Ich wollte, dass das für mich nicht stimmt. Ich hatte mir grundsätzlich mehr vorgenommen. Das Positive ist: Ich habe viel gelernt.»
Man könnte nun sagen, für einen, der seine zweite Saison auf höchster Stufe absolviert, sei es ein Erfolg, sich einen Platz an einer WM-Abfahrt zu ergattern und sich für den Weltcupfinal der besten 25 zu qualifizieren. Doch für Roulin gilt das eben nur bedingt. Einerseits, weil er im Gegensatz zur Vorsaison nicht mehr in jedem Speed-Rennen Punkte holte, sondern nur in 9 von 15. Andererseits, weil der Grüninger mit dem Spruch «dabeisein ist alles» nichts anfangen kann.

