Die Bobfahrer und Skeletoni küren dieser Tage in St. Moritz die Schweizer Meister. Die Rodler nicht – zu wenige gibt es, um Titel verteilen zu können. Natalie Maag stört das nicht. Die Wernetshauserin ist trotzdem in St. Moritz, begibt sich trainingshalber auf die Naturbahn – wobei Training eigentlich die falsche Bezeichnung ist. «Ausfahren», nennt es die einzige Schweizer Weltcup-Rodlerin, «ohne Trainer, der mich korrigiert, einfach für mich, aus Plausch».
Letztes Jahr half ihr dies nach einer frustrierenden Saison. Diesmal braucht sie keinen Aufsteller, sondern sucht den «guten Abschluss» einer ohnehin sehr guten Saison. Eine, in der sie ihre Ziele erreichte – und die am letzten Wochenende in Sotschi mit dem 9. Rang im Sprint endete, womit sie ihr Bestresultat egalisierte.
«Ich war sehr stabil, was das Mentale anbelangt.»
Zwei Mal in die Top-Ten zu fahren, das hätte sich Maag vor der Saison nicht erträumt. Sie hatte sich lediglich vorgenommen, sich an jeder Station via Nationencup für den Weltcup zu qualifizieren. «Ich hatte mir die Ziele realistisch gesetzt, bewusst, um mir keinen Druck zu machen.»
Locker statt verbissen war ihre Herangehensweise nach der missglückten Vorsaison – ein Mentalitätswechsel, der sich auszahlte. Und die 21-Jährige behielt ihre Lockerheit auch zwischen den Läufen bei, als es darum ging, aus einer guten Ausgangslage auch effektiv ein gutes Resultat zu machen. «Ich war sehr stabil, was das Mentale anbelangt.»

