Wetziker Trainerduo darf nicht bleiben
Andreas Häsler und Christian Jakob gehören beim FC Wetzikon quasi zum Inventar. Die beiden Freunde und langjährigen Führungsspieler versuchen derzeit, das Fanionteam vor dem Abstieg in die 3. Liga zu retten. Als kurz vor Rückrundenstart Chefcoach Dino Pinnelli zurücktrat, stieg Häsler vom Assistenten zum Chefcoach auf. In der Tabelle verbesserten sich die Wetziker vom zweitletzten auf den zwölften Rang – mit neun Zählern aus sechs Spielen holte der FCW schon fast gleich viele Punkte wie in der gesamten Vorrunde (zehn aus 14 Spielen).
«Der Klub hat entschieden»
Der Ligaerhalt ist zwar realistischer geworden – doch die FCW-Urgesteine Häsler und Jakob sind in der nächsten Saison nicht mehr an der Seitenlinie. Der Vorstand habe sich für einen sportlichen Neuanfang ausgesprochen, heisst es in einer Medienmitteilung. Man sei zwar mit der Arbeit des Duos sehr zufrieden und überzeugt, dass der Abstieg verhindert werden könne. «Trotzdem denken wir, dass nach vielen gemeinsamen Jahren eine Trennung beiden Seiten gut tut», wird Präsident Stefan Gautschi zitiert.
Häsler kann seine Enttäuschung über den Entscheid nicht verbergen. Ins Detail gehen möchte der 37-jährige allerdings nicht. «Der Klub hat nun einmal entschieden», sagt er, «das haben wir so zu akzeptieren.» Ihn stört vor allem auch der späte Zeitpunkt des Entscheides. Häsler, der derzeit den Kurs zum B-Diplom absolviert, würde gerne ein Traineramt übernehmen – es dürfte aber kurzfristig nicht einfach sein, etwas zu finden.
Vontobel wird Sportchef
Wer die Wetziker künftig trainieren wird, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Gefunden hat der Klub einen neuen Sportchef in der Person von Lorenz Vontobel. Er war im FCW von 2004/05 bis zur Winterpause 2006/07 Trainer. Zuletzt figurierte er bis vor dieser Saison im Trainerstab des FC Uster. In den Entscheid, mit Häsler/Jakob nicht zu verlängern, war Vontobel nicht involviert.
Inwiefern sich die personellen Entscheide im Hinblick auf das Derby von morgen Sonntag gegen Gossau auswirken, bleibt abzuwarten. «Wir haben weiterhin nur ein Ziel: Den Abstieg zu vermeiden», sagt Häsler, «und wer uns kennt weiss, dass wir sowieso Vollgas geben.» Dasselbe erwartet er auch von seinen Spielern – und er hofft auf mehr Emotionen als bei der (nicht zwingenden) 1:2-Niederlage gegen Gossau in der Vorrunde. «Da war für ein Derby viel zu wenig Feuer und Biss drin», erinnert er sich. Fussballerisch sei sein Team den Gossauern nämlich mindestens ebenbürtig.

