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Ein spannender GP und ein Ausbildner mit Herzblut

In einem hochspannenden Stechen entschied der Westschweizer Alain Jufer mit Rahmannshof Tic Tac den Grossen Preis von Uster für sich. Pius Schwizer wurde mit seinen beiden Pferden Balou Rubin und Chidame Zweiter und Dritter. Aber auch Reiter aus der Region spielten eine gute Rolle – insbesondere der Gossauer Stefan Meierhans.

Ein spannender GP und ein Ausbildner mit Herzblut

Spannender hätte das Drehbuch für die Hauptprüfung an den Pferdesporttagen Uster nicht geschrieben werden können. Neun Paare hatten sich für das einmalige Stechen im Grossen Preis von Uster, der gleichzeitig als SM-Qualifikationsprüfung gewertet wurde, qualifiziert. Darunter mit Alain Jufer (Lossy) und Pius Schwizer (Oensingen) zwei Reiter mit gleich zwei Pferden.

Beide haben beste Erinnerungen an das Turnier: Schwizer gewann den Grossen Preis im vergangenen Jahr, Jufer war Dritter geworden. Die beiden wussten also, wie schnelles Reiten auf dem Wiesenplatz geht.

Schwizer legte als Startreiter mit Chidame eine äusserst schnelle Zeit vor und doppelte später mit Balou Rubin und einer noch schnelleren Zeit nach. Mancher der zahlreichen Zuschauer war sich sicher: Diese Zeiten würden sehr schwer zu schlagen sein.

Noch aber hatte Jufer mit seinem Spitzenpferd Rahmannshof Tic Tac, mit dem er letztes Jahr Dritter im 5-Sterne-GP von St. Moritz geworden war, ein Ass im Ärmel. Und dieses Ass stach: Jufer war noch einmal eine Sekunde schneller und verwies Schwizer so auf die Plätze zwei und drei. Jufer und Tic Tac hatten auf der langen Gerade auf den Schlussprung – frenetisch angefeuert vom Publikum – mit gewaltigen Galoppsprüngen die nötige Sekunde zum Sieg gut gemacht.

Wettstein gute Achte

Beste Reiterin war auf Rang vier Barbara Schnieper auf Cicero, die beinahe auch ihre beiden Pferde ins Stechen gebracht hätte. Einen Viertelstrafpunkt für Zeitüberschreitung mit ihrem zweiten Pferd Camara Bella verhinderte dieses Unterfangen. Auch Estelle Wettstein (Wermatswil) hatte mit Time for Fun Z den Sprung ins Stechen geschafft. Nach einem Abwurf nahm sie etwas Gas raus und klassierte sich als feine Achte im top besetzten Starterfeld.

Weitere Reiter aus der Region waren im Grand-Prix vertreten: Allen voran Martin Fuchs, der mit Chaplin am Wochenende im Nationenpreis von Samorin mit zwei fehlerfreien Ritten massgeblich zum Sieg der Schweiz beigetragen hatte. Er sattelte mit dem achtjährigen Karel ein Nachwuchspferd. Mit einem Abwurf und einer geringen Zeitüberschreitung fand er sich knapp hinter den Klassierten wieder. Fuchs war am Morgen in der Prüfung über 140 cm mit Aladina du Val Henry Achter geworden.

Heimspiel für Meierhans

Ebenfalls lediglich einen Abwurf verzeichnete Stefan Meierhans (Gossau) mit Sun Boy du Chatelet. Für den gebürtigen Ustermer ist das Turnier ein wahres Heimspiel. Seit sage und schreibe 30 Jahren ist der allseits beliebte Reitlehrer und Ausbildner in Uster am Start.  «Mein Vater war auch ein Rösseler und trainierte vor über 30 Jahren die Junioren des RV Uster», erzählt Meierhans. «So kam ich als Bub automatisch auch zum Reitsport und eiferte Roland Grimm nach, der ursprünglich auch ein Ustermer ist.»

Durch Hansruedi Stierli kam die Familie Meierhans vor über 30 Jahren zum Stall Wissrüti in Sulzbach – Stierli hatte ihn gekauft und der Familie Meierhans zur Pacht überlassen. Bis heute sind Stefan Meierhans und seine Frau Franziska, die ebenfalls Reitlehrerin ist, im Stall Wissrüti ansässig und führen dort sehr erfolgreich einen Ausbildungsstall. Der ausgebildete Reitlehrer, der nach der Schule zuerst das KV absolviert hatte, legt grossen Wert auf sehr seriöse Ausbildung von Pferd und Reiter.

«Mit bescheidenen Mitteln bestmöglich ausbilden»

«Eine gute dressurmässige Ausbildung nach der klassischen Ausbildungsskala ist das A und O – sowohl beim Menschen als auch beim Pferd», ist Stefan Meierhans überzeugt. «Wir versuchen unsere jungen Pferde mit bescheidenen Mitteln bestmöglich auszubilden».

Alle seine Spitzenpferde hat der Zürcher Oberländer jung gekauft und selbst ausgebildet. Im Grand-Prix von Uster setzte Meierhans auf sein derzeitiges Spitzenpferd Sun Boy zu Chatelet. «Sun Boy ist zwölf Jahre alt, ein Kämpferherz, der immer sein Bestes geben will», charakterisiert er den grossrahmigen Fuchswallach.

Er sei derzeit sehr gut beritten und werde bestimmt die eine oder andere SM-Qualifikation noch reiten. «Ich bin nicht unbedingt ein Siegreiter, habe aber national und auch international einige gute Klassierungen erreicht», resümiert Meierhans, dessen Leben im wahrsten Sinne des Wortes die Pferde sind.

Ähnlich geht es OK-Co-Präsident Rolf Hegner, der zwei seiner vier Pferde bei Stefan und Franziska Meierhans eingestellt hat. Der gebürtige Märchler und in Zürich aufgewachsene Hegner lebt seit einigen Jahren im Oberland, ist seit 20 Jahren Platztierarzt an den Pferdesporttagen in Uster «und so ins OK gerutscht». Der allseits geschätzte und bekannte Tierarzt war als Reiter übrigens selbst international erfolgreich unterwegs und war vor 25 Jahren Grand-Prix-Sieger von Uster.

So wie Meierhans oder Hegner sorgen unzählige hochmotivierte Mitglieder des RV Uster dafür, dass das Turnier – inzwischen eines der wenigen in der Schweiz, das auf Rasen ausgetragen wird – alljährlich zu einem Highlight wird. Und dies nicht nur für eingefleischte «Rösseler» sondern auch für zahlreiche Ustermer, die sich die Pferdesporttage nicht entgehen lassen. Katja Stuppia

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