EHCW zittert unnötig
Manchmal braucht es nur 13 Sekunden, um ein Spiel zu entscheiden. Die beiden Tore von Adrian Rykart und Kevin Eggimann in der 44. Minute führten den EHC Wetzikon auf die Siegesstrasse im ersten Erstliga-Finalrundenspiel gegen den EHC Zuchwil-Regio. Es schien fast als sei es den Wetzikern zu bunt geworden gegen die Solothurner, die läuferisch und kämpferisch gefielen, den Wetzikern spielerisch aber das Wasser nicht reichen konnten.
Als äusserst zäher Gegner entpuppten sie sich aber durchaus. Unbeeindruckt vom Doppelschlag verkürzten sie in der 48. Minute auf 4:5 und standen danach dem Ausgleich mehrfach nahe. Aber dank Keeper Odin Neuenschwander und etwas Glück überstand der EHCW die heikle Schlussphase, obschon Gianni Brandi kurz vor Schluss auf die Strafbank musste und die Solothurner ohne Torhüter in doppelter Überzahl angriffen.
Fehlerhaft in der Defensive
«Am Ende zählt der Sieg», sagte EHCW-Trainer Roger Keller. «Wir haben heute nicht unser bestes Hockey gezeigt. In der Defensive waren wir zu fehlerhaft und machten uns das Leben damit selber schwer.» Zu viele Unkonzentriertheiten machte Keller aus. «Wir haben dem Gegner immer wieder Leben eingehaucht.»
«Wir haben dem Gegner immer wieder Leben eingehaucht.»
EHCW-Trainer Roger Keller
Der Gegner – das war jene Mannschaft, die in der Zentralschweizer Gruppe nach einer durchzogenen Qualifikation starke Auftritte in den Playoffs zeigte, im Viertel- und Halbfinal ohne Niederlage blieb und im Final Qualifikationssieger Lyss eliminierte. EHCW-Trainer Keller verfolgte die «Belle» in Lyss mit und zog seine Schlüsse daraus. «Wichtig ist für uns vor allem, den Rhythmus wiederzufinden», sagte Keller vor dem Spiel, «Zuchwil hat am Samstag gewonnen, gefeiert, einmal trainiert und reiste dann hierher.» Die Wetziker konnten ihren Triumph länger auskosten; sie trainierten am Freitag und am Montag.
Der Rhythmus fehlte dann aber nicht nur den Wetzikern, sondern auch den Solothurnern. Im Startdrittel war von Playoff-Intensität gar nichts zu sehen – die Partie begann nach dem Motto «spielen und spielen lassen.»
Butty und der Hallo-Wach-Effekt
Der EHCW ging mit dem ersten Angriff durch Alain Butty nach nur 76 Sekunden in Führung. Das brachte für Zuchwil einen Hallo-Wach-Effekt, derweil die Wetziker perplex schienen über den so simpel herausgespielten Treffer. Dann drehte Zuchwil die Partie bis zur 11. Minute, weil die Wetziker vor dem eigenen Tor viel zu wenig energisch aufräumten. Dann glich Joshua Blasbalg nach einem perfekt getimten Pass von Rykart auf 2:2 aus.
Erst knapp 14 Minuten waren da gespielt – und ein Schützenfest zeichnete sich ab. Es hätte auch eines werden können, eines zugunsten der Wetziker, hätten sie ihr Chancenplus in Tore umgemünzt.
Den Gegner angestachelt
Weil sie das aber nicht taten, blieb Zuchwil im Spiel. Und der 3:2-Führungstreffer Wetzikons – Benjamin Schenk traf aus dem Getümmel im gegnerischen Slot (27.) – stachelte die Zuchwiler offensichtlich an. Sie reagierten mit einer Druckphase, in der sie wacher und frischer wirkten und die der NLA-erfahrene Manuel Zigerli nicht unverdient mit dem 3:3 (34.) abschloss. Die Partie hätte danach auf beide Seiten kippen können – bis zum vorentscheidenden Doppelschlag.
Den ersten Schritt Richtung Finalspiel am Ostermontag haben die Wetziker damit geschafft. Um am Samstag im Heimspiel gegen Sierre nachzulegen, werden sie sich aber steigern müssen.

