Letzte Chance vorbei
Zwei Spiele vor Schluss der Round Robin ist das olympische Curlingturnier für die Schweizerinnen um Skip Silvana Tirinzoni im Prinzip vorbei. Das Team scheidet aus, auch wenn es Dänemark und Japan in den letzten beiden Spielen besiegen würde.
Die 7:8-Niederlage gegen den aktuellen Europameister Grossbritannien um Skip Eve Muirhead war eine Niederlage zu viel. Die Hochrechnungen mit den möglichen Ergebnissen in allen noch ausstehenden Spielen ergab, dass die Schweizerinnen im Idealfall mit zwei Siegen noch punktgleiche Vierte hätten werden können. Da in einem solchen Fall aber die Resultate aller Direktbegegnungen massgebend sind, wäre die Schweiz für ein allfälliges Entscheidungsspiel nicht in Frage gekommen.
Enttäuschende Bilanz
So müssen Marlene Albrecht, Manuela Siegrist, die Gockhauserin Esther Neuenschwander und Silvana Tirinzoni vom CC Aarau an ihrem ersten Olympia-Turnier die Enttäuschung über ein unbefriedigendes Abschneiden hinnehmen. Sie können in den ausstehenden Partien am Mittwoch noch etwas für ihre Schlussbilanz tun. Über das ganze bisherige Turnier gesehen, ist die Zwischenbilanz von zwei Siegen und fünf Niederlagen jedoch tatsächlich eine Enttäuschung.
Gegen die von der ehemaligen Weltmeisterin Eve Muirhead angeführten Schottinnen zeigten die Schweizerinnen trotz der Niederlage eine ihrer besseren Leistungen. Tirinzoni, die in der ersten Hälfte des Olympia-Turniers viel Mühe gehabt hatte, kam immerhin zum zweiten Mal in Folge auf eine Quote von mehr als 80 Prozent an gelungenen Steinen. Der Match blieb bis zuletzt offen, die Entscheidung fiel mit einem Zweierhaus der Britinnen im 10. End.
«Die Spiele liefen nicht für uns»
Die Partie gegen Grossbritannien, in der der letzte Funke Hoffnung erlosch, widerspiegelte das Turnier der Schweizerinnen. Wieder wurde im letzten End eine Führung verspielt. Zuerst gelangen drei Steine nacheinander nicht nach Wunsch, «und zum Schluss wurde der perfekte letzte Stein von Silvana Tirinzoni verwischt», stellte Sportdirektor Andy Schwaller fest. Schwaller: «Die Schlüsselsteine wollten dem Team Tirinzoni während des gesamten Turniers nicht gelingen. Deshalb gingen die Spiele gegen Korea (nach 4:2), Schweden (4:1) und Kanada (7:4) nach klaren Führungen alle verloren.»
Woran lag es? Tirinzoni: «Ich weiss es nicht. Wenn ich es wüsste, hätten wir es geändert. Wir spielten nicht gut genug. Natürlich unterliefen uns Fehlsteine. Aber Curling ist ein Sport, in dem es keine Perfektion gibt. Ich denke: Wir würden nicht viel anders machen, wenn wir das Turnier nochmals beginnen könnten. Wir würden nichts an der Vorbereitung ändern und auch nichts an der Taktik. Die Spiele liefen in den letzten Tagen sicher nicht für uns.» (sda/zo)

