Sport

Diesmal kann Roulin zufrieden sein

Knapp 24 Stunden nach dem enttäuschenden 33. Rang in der Olympia-Abfahrt gelingt Gilles Roulin eine Steigerung. Der Grüninger wird im Super-G 21. – ein Resultat, mit dem er gut leben kann. Überragend war Beat Feuz, der die Silbermedaille gewann.

Diesmal kann Roulin zufrieden sein

Der Blick war erst noch etwas skeptisch. Als Gilles Roulin dann merkte, dass die Kamera im Zielraum auf ihm blieb, löste er seinen Helm, winkte mit der rechten Hand – und lächelte doch noch. Zurecht. Bei seinem zweiten Einsatz an den Olympischen Spielen zeigte der 23-jährige Grüninger im Super-G eine solide Leistung. Als 21. klassierte er sich ungefähr dort, wo er sich im Schnitt jeweils auch im Weltcup einreiht; den 19. Zwischenrang in der Disziplinenwertung belegt er dort. «Ich bin recht zufrieden», sagte Roulin denn auch im TV-Interview.

Angriffig, aber nicht fehlerfrei

Gegenüber der Abfahrt, die für ihn knapp 24 Stunden zuvor mit dem enttäuschenden 33. Rang geendet hatte, gelang Roulin eine Steigerung. Den Misserfolg vom Vortag hakte er ab. «Ich konnte mich gut konzentrieren heute und fühlte mich am Start gut», sagte Roulin. Das war auf der Piste auch augenscheinlich. «Es war heute schwierig. Die Verhältnisse waren ziemlich anders als in der Abfahrt, und die Kurssetzung recht anspruchsvoll.» 

Roulin kam mit diesen Umständen gut zurecht. Er zeigte eine angriffige Fahrt, die zwar nicht fehlerfrei war – doch im Gegensatz zur Abfahrt wusste er diesmal, wo er Zeit verloren hatte. «Im Mittelteil machte ich einen Linienfehler und verlor dadurch etwas Speed.» Zufrieden mit seiner Leistung kann der Grüninger dennoch sein – auch wenn im Optimalfall das Resultat noch um den einen oder andern Rang hätte besser sein können. 

Mayers seltenes Kunststück

Die Zeitabstände waren eng. Auf die Top-15 fehlte Roulin nicht mal eine halbe Sekunde, auf die Top-Ten etwas mehr als acht Zehntel. 1,76 Sekunden verlor Roulin auf den Österreicher Matthias Mayer, der vor vier Jahren in Sotschi Gold in der Abfahrt gewonnen hatte und nun als erst zweiter Fahrer überhaupt in beiden Speed-Disziplinen Olympiasieger wurde. 

Zweitbester Schweizer war Roulin diesmal – hinter seinem überragenden Team- und Markenkollegen Beat Feuz, mit dem er sich den Servicemann teilt. Feuz gewann nach Bronze in der Abfahrt nun Silber im Super-G – und Roulin rechtfertigte seine Nominierung für das Rennen. Die Swiss-Ski-Entscheidungsträger hatten ihn unter anderem auch Carlo Janka vorgezogen.

Ein weiterer Schritt

Für Roulin sind die ersten Olympischen Spiele damit zu Ende. Als «Bonus» hatte er die Teilnahme bezeichnet. Dass er in seiner ersten ganzen Weltcup-Saison bereits die Selektionskriterien für Abfahrt und Super-G erfüllte war bereits eine positive Überraschung. Für den Grüninger war die Teilnahme lehrreich, wie er sagt. Und im Endeffekt stellt sie lediglich einen weiteren, wenn auch unerwarteten, Karriereschritt dar. «Pyeongchang war ein weiterer Schritt auf meine Weg», schreibt der 23-Jährige auf Facebook.

Fehler gefunden?