Sport

«Wir kamen, um zu bleiben»

Der UHC Pfannenstiel hat die erste NLB-Qualifikation der Klubgeschichte als Tabellenletzter beendet. Trainer Christof Maurer sagt, weshalb das kein Weltuntergang ist und wie das Team die Playouts in Angriff nimmt.

«Wir kamen, um zu bleiben»

Der letzte Qualifikationsrang, nur elf Punkte aus 22 Spielen:Der UHC Pfannenstiel muss sich fühlen wie jemand, der jäh aus einem schönen Traum gerissen wurde…
Christof Maurer: Nein, überhaupt nicht. Wir sind ja noch immer im Traum drin. Es wäre völlig utopisch gewesen, davon auszugehen, dass es nach dem Aufstieg so weitergehen würde wie in der 1. Liga. Die Playoffs waren der Wunschtraum. Doch den Ligaerhalt zu schaffen, wäre fast der grössere Erfolg als der Aufstieg. Denn das traut uns keiner zu.

18 Punkte fehlten auf einen Playoffplatz. Woran lags?
Es kamen einige Dinge zusammen. Wir hatten zwar die eine oder andere hohe Niederlage, viele Spiele aber verloren wir knapp. Das zeigt, dass die Differenz nicht so gross ist wie es den Anschein macht. Dazu kommt, dass wir zuletzt oft wie eine Kleinfeldmannschaft trainieren mussten, weil wir viele verletzte oder kranke Spieler haben. Letztes Jahr stand uns noch praktisch immer die bestmögliche Mannschaft zur Verfügung. Es bricht aber keine Welt zusammen. Wir wussten ja, worauf wir uns einlassen. Schön ist, dass das Umfeld und die Fans trotz der Niederlagenserien zu uns halten und uns daheim und auswärts wie immer unterstützen. Sie verstehen, wie wir funktionieren.

Ist der Niveauunterschied zwischen 1. Liga und NLB grösser als erwartet?
Nein, wir wussten, dass das Niveau hoch sein würde. Die Budgetunterschiede sind gross, Qualifikationssieger Basel hat ein x-fach grösseres Budget als wir und muss es auf weniger Teams verteilen. Das führt auch dazu, dass solche Teams kaltblütiger sind: Wo wir fünf, sechs Chancen für ein Tor brauchen haben die einen Finnen, der die zweite Chance nutzt.

Pfannenstiel konnte aufgrund der Hallenbelegung kein drittes Mannschaftstraining einführen – hätte das Besserung gebracht?
Wir hätten mehr Dinge üben können, der neue Coach Marc Werner hätte mehr vertiefen können. Viele NLB-Teams trainieren dreimal. Jetzt auf die Playoffs hin umzustellen bringt aber nichts, das Verletzungsrisiko wäre zu hoch.

Hat sich der Spirit im Team in dieser Saison verändert?
Die Stimmung wurde nie mies. Klar ist es etwas anderes wenn man Siegserien feiert. Aber der Umgang blieb immer sehr lösungsorientiert.

Die Playouts beginnen in zwei Wochen. Wie nutzt der UHC Pfannenstiel die Zeit bis dahin?
Wir wollen die Trainings von der Intensität her «matchnäher» gestalten. Die Pause kommt uns gelegen, derzeit haben wir zehn Absenzen. Ich hoffe, dass wir in den Playouts möglichst komplett sind.

Playout-Gegner ist Grünenmatt – das einzige Team, gegen das Pfannenstiel zweimal punktete. Ein gutes Omen?
Es waren enge Spiele. Beide gingen in die Verlängerung – daheim gewannen wir, auswärts gewann Grünenmatt. Es ist als Aufsteiger schon sehr speziell, die Playout-Serie gegen den NLA-Absteiger zu bestreiten. Wir kennen das Team – fünf Spieler sind dabei, die letzte Saison mit Schüpbach in der Ligaqualifikation gegen uns verloren haben. Wir gehen guten Mutes ins Playout. Wir kamen nicht um zu gehen, sondern um zu bleiben.

Fehler gefunden?