Das veredelte Bruderduell
Es ist die schönste Oberländer Sportgeschichte – und einer der denkwürdigsten Olympia-Momente: 2006 in Turin schlägt Philipp Schoch im Final im Parallel-Riesenslalom der Snowboarder seinen Bruder Simon Schoch. Für die beiden Fischenthaler fühlt es sich wie ein Märchen an. «Ein Finallauf gegen meinen Bruder Simon wäre ein Traum. Das wollen wir beide», sagt Philipp Schoch im Vorfeld. Er hatte schon vier Jahre zuvor in Salt Lake City Geschichte geschrieben. Als Aussenseiter holte er Gold und wurde zum ersten Oberländer Olympiasieger.
Das olympische Dorf liegt im Tösstal
Die Schoch-Brüder sind die berühmtesten Aushängeschilder von Fischenthal – aber nicht nur deswegen kann sich der Ort im Tösstal quasi als eigenes «olympisches Dorf» fühlen: Von Salt Lake City 2002 bis Sotschi 2014 war Fischenthal nämlich jedes Mal an den Spielen vertreten. Und dies nicht nur durch die Schochs. Die Brüder Silvio (2002) und Elmar Schaufelberger (2006) waren als Bob-Anschieber dabei, und Kai Mahler erlebte 2014 im Ski-Freestyle seine Olympia-Premiere. Weil Mahler heuer die Qualifikation verpasste, geht die schöne Fischenthaler Serie zu Ende. «Wir sind das sportlichste Dorf der Schweiz», sagte Gemeindepräsident Sepp Gübeli einst in einem Zeitungsartikel, und Walter Schoch, der Vater der beiden Olympiahelden, sinnierte bezüglich Erfolgsgeheimnis: «Hier hinten im Tösstal ist das Leben etwas rauer. Darum braucht man eine gewisse Härte, darf nicht immer gleich aufgeben.»

