Ein «Chrampf» im Tessin
Mit einem 6:3-Sieg entledigte sich der EHC Illnau-Effretikon in Chiasso seiner Pflichtaufgabe. 46 Punkte hat der Oberländer Zweitligist vor der letzten Runde der Qualifikation bereits auf dem Konto. So viele wie nie zuvor. Das Team von Trainer Dieter Wieser liegt weiterhin an zweiter Stelle hinter den Dürnten Vikings, die am Wochenende ebenfalls gewannen. Stolpern die Vikings in der Schlussrunde nicht, reicht es dem Wieser-Team also auch bei einem Sieg zum Abschluss der Qualifikation wie in den Vorjahren «nur» zum zweiten Platz.
Das Spiel in Chiasso war derweil nichts für Eishockey-Feinschmecker. «Es kam genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte», sagte Wieser hinterher und sprach von viel «Chrampf» und Kampf. «Wir probierten noch einigermassen, ein Spiel aufzuziehen. Das wurde vom Gegner aber über weite Strecken zerstört.» Dass sich einige seiner eigenen Akteure teils etwas zurückhielten, war für den Trainer nachvollziehbar. «Keiner will sich so kurz vor den Playoffs noch verletzen.»
Turbulenzen nach dem 6:0
Den Gästen gelang im Tessin ein Blitzstart. Nach nur 103 Sekunden sorgte Team-Benjamin Lionel Kuhn (17) für die EIE-Führung. Chancen auf einen schnellen zweiten Treffer erspielte sich das Wieser-Team zwar zahlreiche, erst zu Beginn des zweiten Abschnitts aber wurde dieser auch Tatsache. Marc Andersen gelang auf schöne Vorarbeit von Tizian Müller das 2:0. Chiasso kam nur vereinzelt zu Abschlussversuchen. Und was auf das EIE-Tor kam, war eine sichere Beute von Goalie Dennis Volkart.
Der EIE legte im mittleren Abschnitt noch drei Tore nach. Und mit dem 5:0 war die Begegnung bereits entschieden. Vier Minuten vor Schluss markierte Michael Sommer das 6:0 und machte das halbe Dutzend voll. Danach aber wurde es noch einmal richtig turbulent. Chiasso nutzte einen EIE-Ausschluss zum ersten Tor und machte so die Hoffnungen von Volkart auf einen Shutout zunichte.
Damit aber nicht genug. Mit zwei Mann mehr auf dem Feld gelang Gundars Berkis der zweite Tessiner Treffer. Und nur Sekunden später – zahlreiche EIE-Spieler schienen gedanklich schon unter der Dusche – schoss das Heimteam gar das 3:6. Wieser hatte nun genug. Er zog 14 Sekunden vor Schluss sein Time-Out ein, um sein Team nochmals zu wecken. (Heinz Minder, Chiasso)

