Dürnten stösst Illnau-Effretikon vom Thron
Der EHC Dürnten Vikings ist wieder dort, wo er sich selber am liebsten sieht: an der Tabellenspitze der Zweitliga-Gruppe 1. Die Rückkehr auf den Thron verdienten sich die Oberländer mit dem 3:2-Heimsieg im Derby gegen Illnau-Effretikon. Das Team des Trainerduos Claudio Petrini und Christian Thiemeyer fügte damit dem EIE die erste Saisonniederlage in der regulären Spielzeit zu. Bei den Gästen in Bäretswil war nach der Partie von einem «Oberland-Komplex» die Rede. Seit dem November 2014 hat der EIE gegen die Vikings nicht mehr gewinnen können. Am Samstag kassierte er die siebente Niederlage in Serie.
Der Spitzenkampf enttäuschte die 385 Zuschauer nicht. Zwar stellten die Gastgeber die Weichen früh Richtung Derbysieg, doch weil sich der EIE steigerte, kehrte die Spannung in die Partie zurück. «Das Publikum kam auf seine Kosten. Es war ein Derby, das seinem Namen alle Ehre machte», urteilte denn auch Dürntens Vizepräsident Peter Bamert.
Brunners Jubiläumstreffer
Lanciert wurde die Partie schon früh mit einem Jubiläum. Nach nur 89 Sekunden bezwang Oliver Brunner EIE-Keeper Dennis Volkart mit einem verdeckten Schuss in die tiefe nahe Ecke – es war der 100. Saisontreffer der Gastgeber. Den Anhängern des EIE musste danach Angst und Bange werden. Denn die Gastgeber legten viel mehr Aggressivität und Biss als der Leader an den Tag, der neben sich schien und mit der Favoritenrolle offensichtlich nicht zurechtkam. «Wir haben einfach nicht ins Spiel gefunden», sagte Trainer Wieser. Die Folge: In der 4. Minute traf Mario Senn den Pfosten, in der 7. Minute erhöhte Cyrill Stiefel auf 2:0, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Yves Rüegg verwertete. EIE-Coach Dieter Wieser war zu einem frühen Timeout gezwungen. Danach blieb der EIE im Startdrittel zwar schadlos, was aber auch an der Ineffizienz der Gastgeber lag. Sie vergaben beste Möglichkeiten – auch in Überzahl. Trotz insgesamt sieben Strafen gegen die Gäste gelang Dürnten kein Powerplaytreffer – was Co-Trainer Christian Thiemeyer als «Wermutstropfen» bezeichnete. «Wir konnten die Scheibe zwar gut kontrollieren, doch den Abschlüssen fehlte die Qualität».
Der entscheidende Treffer fiel deshalb bei personellem Gleichstand – und just dann, als der EIE eigentlich zur Aufholjagd hatte ansetzen wollen. 80 Sekunden nach Beginn des Mitteldrittels, in das die Gäste mit veränderten Linien starteten, stellte Andy Rüegg auf 3:0. Das war insofern ein Wendepunkt in der Partie, als der EIE danach stärker wurde, die Dürntner hingegen abbauten. Sie wurden nachlässig und wirkten teils überheblich – was von den Gästen rasch bestraft wurde.
Diesmal blieb die Wende aus
Die nur noch mit zwei Linien spielenden Effretiker kamen innert kurzer Zeit durch Lorenz Kuhn (26.) sowie Michael Sommer (32.) auf 2:3 heran. Die Partie war wieder offen, der EIE besass Chancen auf den Ausgleich. Doch im Gegensatz zur letzten Partie, als Wiesers Equipe gegen Luzern nach einem 1:4-Rückstand noch siegte, blieb die Wende diesmal aus. «Wir waren auf Augenhöhe mit dem Gegner», sagte Wieser, «dennoch reicht es uns einfach nicht ganz. Wir werden die Ursachen für das erste Drittel suchen müssen». Seine Sorge gilt vor allem der von Verletzungen geprägten personellen Situation. «So können wir nicht in die Playoffs. Mit so wenig Spielern ist das nicht möglich, denn dann sind wir schon am Anfang tot.» (ohm/hmi)

