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Oft dran, aber zu selten erfolgreich

Sieben Spiele verbleiben für den UHC Uster noch, um sich in der NLA über den Strich zu hieven. Damit das gelingt müssen die Ustermer lernen sich schlauer zu verhalten, wenn sie in Führung liegen.

Oft dran, aber zu selten erfolgreich

Es ist wie bei Sisyphus: Der UHC Uster probiert und probiert – aber die Playoffs erreicht er einfach nicht. Auch in der achten Saison seit dem Wiederaufstieg ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Ustermer gegen den Abstieg statt um den Titel spielen werden. In die letzten sieben Spiele der Qualifikation steigt das Team von Trainer Simon Meier als Tabellen-Zehnter mit fünf Punkten Rückstand auf den achten Rang.

Auch Meier kennt die Ausgangslage natürlich – doch wie jeder Trainer in seiner Situation sagt er: «Ich probiere den Blick auf die Tabelle zu vermeiden und mich auf Spiele und Gegner zu konzentrieren.» Den Rechenschieber will er nicht bemühen – und auch «budgetierte Punkte» gibt es für ihn nicht. Am Wochenende etwa misst er dem heutigen Heimspiel gegen den Tabellendritten Köniz dieselbe Bedeutung bei wie der Auswärtspartie vom Sonntag in Chur, bei einem direkten Konkurrenten im Kampf am Strich.

Und das durchaus zurecht. Denn die Ustermer stehen wohl in der Tabelle weit hinten, auf dem Feld aber sind sie fast nie chancenlos. «Nur im Startspiel gegen GC (2:12) und auswärts gegen Wiler-Ersigen (3:6) waren wir nicht nahe dran», sagt Meier. Den Ustermern gelangen denn auch durchaus schon Achtungserfolge – gegen drei Mannschaften aus den Top vier punkteten sie heuer, unter anderem eben gegen den heutigen Gegner Köniz, was Meier zur Frage bringt: «Wenn wir gegen Köniz auswärts punkteten, wieso sollen wir das zu Hause nicht auch tun?»

Zu oft passiv geworden

Doch gepunktet haben die Ustermer heuer eben nicht so oft wie erhofft. Der Grund dafür ist auch in der Statistik zu finden: In über der Hälfte aller Spiele führte Uster nach zwei Dritteln. In den letzten 20 Minuten aber gab Meiers Team mehrfach einen Vorsprung preis. Im Heimspiel gegen Zug etwa lag mach in der 48. Minute 6:3 vorn – und verlor 6:8. In allen Schlussdritteln zusammengerechnet beträgt das Ustermer Torverhältnis 30:46 – das spricht Bände. «Wir müssen lernen, ein Spiel nach Hause zu bringen», sagt Meier deshalb. Für ihn ist dies nicht nur eine mentale, sondern auch eine taktische Frage. «Es gilt, Ruhe zu bewahren ohne in die Passivität zu verfallen.»

Eine ungewohnte Rolle

Statt über 40 muss Uster also über 60 Minuten sein Spiel durchziehen. Das gelingt laut Meier besser, wenn das Skore ausgeglichen ist oder Uster einem Rückstand nachrennen muss. «Mit der Rolle des Jägers sind die Spieler vertraut, damit gehen wir auch gut um. Aber mit der Situation, eine Führung verteidigen zu müssen, haben wir nicht viel Routine.»

Positiv wertet Meier, dass die Ustermer sich überhaupt Führungen erspielen können – die Auftritte des Teams haben ihn diesbezüglich auch positiv überrascht. «Die Liga ist noch ausgeglichener geworden – und wir haben gezeigt, dass wir überall punkten können.» Schafft es sein Team, im neuen Jahr nun auch vermehrt Punkte aus positiven Auftritten zu generieren, liegt vielleicht die Playoff-Qualifikation doch noch drin.

Gut tun würde Meiers Equipe ein Erfolgserlebnis in Form eines über die Zeit gebrachten Vorsprungs. «Es hilft natürlich nicht, wenn die Erinnerungen an verspielte Führungen hochkommen», sagt Meier. Positive Anzeichen will er in den letzten Spielen im alten Jahr gesehen haben. Auf die Floskel «neues Jahr – neues Glück» verzichtet er aber. «Denn unserer Mängel haben nichts mit Glück oder Pech zu tun.»

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