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Gilles Roulin konnte nur kurz abschalten

Für Gilles Roulin waren die Feiertage nicht nur ruhig. Am Weihnachtstag reiste der Grüninger nach Bormio an die Weltcup-Rennen, seit dem Neujahrstag weilt er zum Training in Österreich und dieses Wochenende steht der Riesenslalom in Adelboden an. Ob und wie er gefeiert hat, erzählt der 23-Jährige im Interview.

Gilles Roulin konnte nur kurz abschalten

Wie haben Sie Weihnachten gefeiert?

Gilles Roulin: Wir feierten im kleinen Familienkreis in Valbella mit meinen Eltern, meiner Schwester und meinem Grossmami. Vor allem das Nachtessen ist wichtig, wir kochen jeweils zusammen, zelebrieren das und geniessen die Zeit miteinander. Diesmal gab es Risotto und Plätzli.

Wird in der Familie Roulin auch geschenkt?

Ja, wir schenken uns alle etwas. Diesmal hatte ich alle Geschenke schon relativ früh zusammen – das war nicht immer so. Ich war in letzter Zeit mehrfach an Flughäfen und merkte, dass das Angebot in den Duty-Free-Läden breiter ist als man denkt.

Achten Sie während der Feiertage auf die Ernährung oder liegt die eine oder andere «Sünde» drin?

Die Feiertage sind trainingsfreie Tage, das heisst es geht auch um die Regeneration. Und die ist einfach besser wenn man auf die Ernährung achtet. Glücklicherweise sind Weihnachtsguetzli sowieso nicht mein persönliches Highlight. Ich werde eher bei anderen Dingen schwach – und da liegt sicher mal etwas drin. Man muss nicht heiliger sein als der Papst.

Wie haben Sie Silvester gefeiert?

Ich sehe den Sinn dahinter nicht. Es geht ja einfach weiter. Alle haben grosse Erwartungen, es müsse ein spezieller Abend werden, und wenn man in den Ausgang geht, wird man abgezockt. Ich verbrachte den Abend mit meiner Familie.

Sind sie ein Familienmensch?

Ja sehr. Wir haben es gut miteinander. Ich geniesse die Zeit mit der Familie und kann gut abschalten. Es tut mir gut, wenns am Familientisch nicht um den Sport geht. Das würde ich gar nicht wollen.

Silvester bedeutet Ihnen nichts – haben Sie auch keine Neujahrsvorsätze?

Nein. Gute Vorsätze gibt es jeden Tag, ich brauche keinen Jahreswechsel dafür.

Worauf freuen Sie sich 2018 besonders?

Das Jahr geht attraktiv los. Nun folgt jedes Wochenende ein Klassiker. Die Rennen in Wengen und in Kitzbühel sind Riesenhighlights für mich.

Sie haben in dieser Saison bisher überzeugt und Ihre Ziele erreicht. Mit welcher Einstellung nehmen Sie die Klassiker in Angriff?

Ziel ist noch immer, die Saison unter den ersten 30 zu beenden. Minimalziel sind Punkte. Wenn meine Leistung stimmt, werden auch die Resultate kommen.

Im Februar stehen die Olympischen Spiele an. Sie haben die Qualifikation geschafft. Ändert das etwas für Sie?

Damit beschäftige ich mich noch nicht. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen und die geforderten Resultate erreicht. Die Selektion ist aber erst Ende Januar.

Dank der guten Resultate stehen Sie vermehrt im Fokus der Medien. Was bedeutet das grössere Interesse für Sie?

Ich brauche mehr Zeit für Medientermine und bin deshalb jetzt im Stress, weil ich für mein Jus-Studium auf Prüfungen lernen muss. Das Interesse ist eine Folge davon, dass es mir gut läuft – das freut mich. Aber ich habe nicht viel Zeit zum Lesen, und wenn, dann lese ich sicher nicht über mich.

Wie lange dauert der Prüfungsstress?

Nächsten Montag habe ich die erste Prüfung, zwei Wochen später, am Montag nach Kitzbühel, die zweite. Danach habe ich endlich wieder mehr Zeit.

Am Wochenende steht der Riesenslalom in Adelboden an. In dieser Disziplin läuft es Ihnen nicht so gut wie in den Speed-Disziplinen.

Seit Sölden im Oktober trainierte ich nur zwei Tage Riesenslalom – der zweite Tag war der 2. Januar. Mehr war zeitlich leider nicht möglich. So wird man natürlich nicht besser. Das ist frustrierend, aber ich bleibe dran, auch wenn ich kurzfristig meine Ziele sicher nicht erreichen kann. Motiviert bin ich dennoch – auch im Riesen werden Punkte verteilt, und es ist eine lässige Disziplin.

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