Der Entscheid des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Russland als Nation von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang (Südkorea) auszuschliessen, beschäftigt auch Reto Burgermeister. «Es ist für mich eher überraschend, dass das IOC das so strikt durchzieht. Damit rechnete man nicht», sagt der Pfäffiker, der derzeit auf Jobsuche ist.
Er betreute fünfeinhalb Jahre lang russische Langläufer. Darunter mit Alexander Legkow und Jewgeni Below zwei Athleten, die vom IOC wegen Dopings lebenslang gesperrt wurden. An ihren Dopingproben von den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 waren Spuren gefunden worden, die auf eine Öffnung hinwiesen. Sie sind zwei von unterdessen 36 Athleten, die vom mutmasslich staatlich organisierten Dopingsystem profitiert haben sollen.
Unschuldige Athleten könnten betroffen sein
Für Burgermeister ist der Entscheid, Russland nun zu sperren, nachvollziehbar. «Falls es tatsächlich Staatsdoping war bekämpft man die Ursache nicht, wenn man nur einzelne Athleten bestraft.» Er glaubt zudem, dass das IOC «womöglich über klare Beweise verfügt, von denen man vielleicht noch gar nichts weiss.» Schwierig findet er, dass diese Massnahme erst vier Jahre nach den Spielen in Sotschi kommt. «Das Risiko, dass es nun unschuldige Athleten trifft, ist grösser. Man weiss ja nicht, ob das System nach Sotschi noch lief oder nicht.»
Zwar sind russische Athleten unter neutraler Flagge in Pyeongchang zugelassen, sie müssen dafür eine Prüfung durch einen IOC-Ausschuss bestehen und dürfen nie wegen Dopings gesperrt worden sein. Burgermeister findet: «Ohne genaue Kenntnis der Richtlinien ist schwierig zu sagen, wo man die Grenze ziehen soll». Als Beispiel zieht er seinen ehemaligen Schützling Legkow heran. «Er ist im Ausland ja auch negativ getestet worden.»

