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Ein neuer Anstrich und ein neuer Fahrer

Charles Leclerc und Marcus Ericsson heissen die Fahrer von Alfa Romeo Sauber für die nächste Saison. Und ihr Bolide erhält ein neues Farbdesign. Das wurde an einer Präsentation in Mailand bekannt. Beides zeigt: Sauber ist eng mit den Italienern verbandelt - aber ihnen nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Ein neuer Anstrich und ein neuer Fahrer

Neues Logo, neuer Lack am Auto, neuer Fahrer: Die beiden frischvermählten Alfa Romeo und Sauber präsentierten sich im Museum des italienischen Herstellers in der Nähe von Mailand den Medien. Wie erwartet wurde dabei der Monegasse Charles Leclerc als neuer Fahrer präsentiert. Der 20-Jährige, der in dieser Saison die Formel-2-Meiserschaft gewann, ist ein Ferrari-Junior, und er galt als Kronfavorit für ein Cockpit, seit der Hinwiler Rennstall seine Beziehung zu Motorenlieferant Ferrari wieder auffrischte.

Schweden-Connection setzt sich durch

Neben Leclerc wird weiterhin Marcus Ericsson für das Alfa-Romeo-Sauber-Team fahren. Der 27-Jährige Schwede setzte sich gegen Ferrari-Protégé Antonio Giovinazzi durch, wohl dank seinen Verbindungen zu einigen Sauber-Investoren. Auf der Strecke bleibt wie erwartet Pascal Wehrlein. Für den von Mercedes unterstützten Deutsche gibt es in der Formel 1 als Stammfahrer vorerst wohl keinen Platz mehr, obschon er über die ganze Saison hinweg den stärkeren Eindruck hinterliess als Ericsson. Denkbar ist eine Rückkehr Wehrleins in die DTM, die er 2015 gewann.

Der Entscheid für Ericsson und gegen Giovinazzi, der Test- und Ersatzfahrer wird, überrascht nicht. Zwar sagte Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur vor einigen Wochen, er habe freie Hand in der Fahrerwahl, und kommerzielle Fragen spielten dabei keine Rolle. Dennoch gewichtete er nun mutmasslich die Verbindung Ericssons zu den Teambesitzern höher als den Wunsch von Ferrari- und Alfa-Chef Sergio Marchionne, gleich zwei Ferrari-Nachwuchsfahrer in der Formel 1 zu platzieren. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass Sauber sich nicht auf Gedeih und Verderb den Italienern ausliefern will. «Wir müssen unser eigenes Projekt entwickeln. Ich möchte das Know-How dafür nicht verlieren», betonte Vasseur in letzter Zeit mehrfach und wehrte sich dagegen, als B-Team von Ferrari angesehen zu werden.

Viel Alfa – aber auch viel freier Platz

Deutlich sichtbar sein wird die Verbindung zu Alfa Romeo. Via Twitter präsentierte Sauber einen neuen Schriftzug mit dem Alfa-Logo, und im Alfa-Muesum wurde ein neulackierter alter Sauber-Bolide präsentiert. Auf der Motorenabdeckung des in Rot und Weiss gehaltenen Autos prangt das Alfa-Logo – auf den weissen Flächen aber ist noch viel Platz für Sponsorenaufkleber vorhanden. Auch das kann man als Indiz sehen, dass der Hinwiler Rennstall zwar stark mit Alfa Romeo verbandelt ist, aber durchaus weiterhin seine Eigenständigkeit wahrt.

Während nun klar ist, wie der neue C37 farblich daherkommt und wer ihn fahren wird, bleibt abzuwarten, wie konkurrenzfähig Sauber in naher Zukunft sein wird. Denn die Entwicklung des Autos dürfte auch durch den späten Umschwung in der Wahl des Motorenpartners von Honda zurück zu Ferrari beeinträchtigt worden sein. Und dem Vernehmen nach hat Vasseur in seinem Bestreben nach einem Ausbau der technischen Abteilung Mühe, neues Personal im gewünschten Ausmass zu rekrutieren. Die Stimmung in Hinwil soll auch wegen personeller Wechsel angespannt sein – und in den letzten Jahren erweckte der Rennstall nicht eben den Anschein eines soliden Arbeitgebers.

Prominente Gäste

Dessen ungeachtet feierte man sich im Alfa-Museum selber – in durchaus illustrer Gesellschaft. Sauber-Verwaltungsratspräsident Pascal Picci und Sergio Marchionne, Chef von Ferrari und Alfa Romeo, nahmen an der Präsentation ebenso teil wie wie Formel-1-Chef Chase Carey und Fia-Präsident Jean Todt. Das ist angesichts der Tatsache, dass Ferrari aufgrund des ab 2021 geplanten Motorenreglementes mit dem Ausstieg aus der Formel 1 gedroht hat, durchaus bemerkenswert.

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