Ustermer verpassen Exploit
Es sei im Handball ungleich schwieriger als etwa im Fussball, Cup-Sensationen zu schaffen. Das sagte Usters Trainer Robin Gerber im Vorfeld des Duells mit den Lakers Stäfa. «Der Höherklassige hat im Normalfall einfach mehr Schnauf», befand Gerber.
Dass dies kein Understatement war, bewies die Partie im mit 300 Zuschauern gut gefüllten Buchholz am Sonntagnachmittag. Uster versteckte sich gegen den Höherklassigen nicht versteckt. Mit druckvollem Angriffsspiel konnte dem B-Ligisten vorerst Paroli geboten werden. Nach der zwischenzeitlichen Dreitore-Führung stieg im Ustermer Lager die Fehlerquote aber an, was gegen die individuell klar stärkeren Stäfener fatale Folgen hatte. Die Lakers zogen bis zur Pause auf 18:14 davon und bekundeten auch nach der Pause keine Mühe, Uster in Schach zu halten.
Zu Beginn der Partie war kein Klassenunterschied zu erkennen. Stäfa machte den Ustermer Führungstreffer zwar wett und zog auf 4:1 davon. Davon liess sich Uster aber nicht irritieren und reagierte beeindruckend. Robin Gerbers Equipe glich nicht nur aus, sondern ging in Führung und zog gar auf 10:7 davon.
Fehler konsequent bestraft
Mit diesem Effort hatten die Ustermer ihr Pulver aber bereits verschossen. Ihre eigenen Fehler wurden von den Lakers nun konsequent mit Gegentreffern bestraft. Obwohl Stäfa nicht seine Topform ausspielte – es war zu wenig Bewegung im Spiel – bestand bereits zur Pause kein Zweifel mehr darüber, welche Mannschaft sich für den Cup – Viertelfinal qualifizieren würde.
Stäfa agierte nach der Pause konzentrierter und erhöhte seinen Vorsprung kontinuierlich. Im Ustermer Lager setzte Gulliver Stocker als Spielmacher und Vollstrecker die stärksten Akzente. Aber auch die Gebrüder Schlumpf standen ihrem bei Stäfa spielenden Bruder Ramon nur in wenig nach. Thomas Kohl, Roman Flessati und Iwan Ursic sorgten mit je drei Treffern ebenfalls für Highlights. Peter Balsiger deutete zweimal sein Potenzial an, das er in der Meisterschaft vermehrt nutzen muss.
Nicht auf Touren kamen in den Reihen der Ustermer die Gebrüder Häberli und Kreisläufer Marius Kindler. Gian-Luca Schaub machte vor allem mit der roten Karte auf sich aufmerksam. Es besteht also durchaus Steigerungspotenzial, das die Ustermer abrufen sollten – am besten bereits am Donnerstagabend im zweiten Meisterschaftsspiel gegen den letztjährigen NLB-Absteiger HC Wädenswil. (mso/zo)

