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Ein Weltmeister kommt

In Gutenswil findet am Wochenende zum 43. Mal das Motocross statt. Mit von der Partie ist unter anderen ein belgischer Weltmeister. Und Mario Kern ist als OK-Mitglied und Fahrer in einer Doppelrolle.

Ein Weltmeister kommt

Für viele dürften das Ende der Gluthitze und der Regen eine willkommene Abwechslung sein. Für die Organisatoren des Motocross Gutenswil kommt der Wetterumsturz womöglich doch einige Tage zu früh. OK-Mitglied Mario Kern, der selber auch Fahrer in der höchsten Kategorie ist, sagt: «Der Aufbau ist grundsätzlich schon streng, wir arbeiten bis in alle Nacht – das Wetter macht es nun nicht einfacher.»

Je nachdem, wie viel Wasser die Böden in Gutenswil aufnehmen müssen, drohen Programmverschiebungen. Das Problem dabei wäre nicht einmal die Strecke an sich, sie kann teilweise abgedeckt werden, um das Wasser so gut wie möglich fernzuhalten, sondern der Fuhrpark im Fahrerlager. «Der Boden leidet so schon genug», sagt Kern.

Die Top-5 im Visier

Für ihn ist nach dem Aufbau der grösste Stress vorbei. Seine OK-Arbeit – seit fünf Jahren arbeitet er in der Organisation mit – fällt vornehmlich im Vorfeld des Anlasses an; Kern ist für die Werbung zuständig. Am Rennwochenende selber kann er sich vornehmlich aufs Fahren konzentrieren. Der 33-jährige Dübendorfer ist quasi ein alter Hase im Starterfeld. Er bestreitet sein halbes Leben Motocross-Rennen und fährt seit Jahren in der erweiterten Spitze mit. Derzeit liegt er als bester Fahrer aus der Region auf dem 9. Zwischenrang in der Königsklasse Master MX1.
Das erste Rennwochenende hatte Kern wegen einer Schulterverletzung verpasst, danach tastete er sich wieder an die Topränge heran, «ich merkte den Trainingsrückstand», sagt er. Der 6. Rang im jurassischen Ederswiler ist in dieser Saison sein Bestresultat.

In Gutenswil peilt Kern einen Top-5-Platz an. Wie realistisch dies ist, kann er selber schlecht abschätzen. «Es hängt auch von der Konkurrenz ab.» Und die kann sich am Renntag selber noch ändern – mit Tageslizenzen können etwa Fahrer aus dem Ausland oder aus anderen nationalen Verbänden am Rennen teilnehmen. Am Start stehen könnte zudem Fabian Hublard. Der Mönchaltorfer pausiert derzeit zwar, weil er eine Weiterbildung absolviert. In Gutenswil aber ist er im OK für den Streckenbau zuständig – womöglich greift er trainingshalber in der Königsklasse selber ins Geschehen ein.

Ein Weltmeister am Start

Auch internationale Prominenz hat sich angekündigt, und zwar in der Seitenwagen-Klasse, wo aus Belgien Weltmeister Jan Hendrickx anreist und am Sonntag am Start stehen wird. Der internationale Touch der Veranstaltung war schon grösser – vor einigen Jahren wurden EM-Läufe durchgeführt, und die Gutenswiler Veranstalter liebäugeln auch künftig damit, wie Kern sagt. Vor allem aus Kostengründen verzichtete man aber auch in diesem Jahr darauf. Etabliert ist der Anlass zwar auch ohne EM-Prädikat, Kern sagt aber: «Für das Publikum ist es etwas anderes, Fahrer anzufeuern, die im Nationaltrikot unterwegs sind.»

Attraktiv ist das 43. Gutenswiler Motocross aber auch so. Die Strecke ist fürs Publikum sehr gut einsehbar und verfügt in diesem Jahr den einen oder anderen Sprung mehr als auch schon. Und was das Wetter anbelangt: Dreck dominiert am Motocross sowieso – heuer einfach nicht in staubiger Form.

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