FC Uster: Der grosse Umbruch blieb aus
Für Sportchef Markus Altherr war es früh klar. Schon bevor der Abstieg des FC Uster aus der 2. Liga interregional rechnerisch feststand, sagte er: «Ziel muss der direkte Wiederaufstieg sein. Wir sind kein Klub, der einfach in der 2. Liga mitspielen will.» Das ist eine erfrischend deutliche Ansage in einer Situation, in der andere Klubs von «Konsolidierungsphase» oder «Übergangssaison» schwurbeln würden.
Altherr hingegen sagte diese Worte, als der Klub über die Verpflichtung des neuen Trainers Fabio Digenti informierte. Von einem «Neustart» war zudem die Rede und von einer «notwendigen Verjüngung der Mannschaft». Was nach grossem Umbruch klang, ist nun ein kleiner geworden. Zwar verliessen einige Routiniers das Team, Stefan Iten trat zurück, mit Bogdan Stevic verlängerte der Klub nicht, und der langjährige Keeper Philipp Bünter steht zwar weiterhin auf der Kaderliste, hilft dem Fanionteam aber nur noch im Notfall aus. Diverse altgediente Spieler sind aber beim Absteiger geblieben.
Altherr räumt ein, dass die Verjüngung weniger stark war als geplant. «Wir stellten aber fest, dass angesichts unserer Ambitionen der Sprung für viele der eigenen B-Junioren noch zu gross ist.»
Frisches Blut erfuhr das Kader durchaus. Ein Duo kommt aus dem eigenen Nachwuchs, mit Luis Arenillas kehrt ein Ustermer aus dem GC/Rapperswil-Konstrukt zu seinem Stammklub zurück, ein Trio kommt von den aus der 3. Liga abgestiegenen Reserven ins Fanionteam. Interessant ist die Rückkehr von Adriano Toma zu seinem Stammklub – er galt einst als Talent, hat sich dann den zwiespältigen Ruf eines Wandervogels erarbeitet und will sich nun beim FCU durchsetzen. Der Klub will ihm eine Chance geben – und nicht nur Coach Digenti sagt begeistert: «Er läuft für zwei.»
Die Neulinge aus dem Unterland
Apropos Digenti: Dank ihm kamen einige interessante Akteure nach Uster. Aussenverteidiger Antonio Piperno etwa war zuletzt in Tuggen zwar nicht mehr erste Wahl, der 28-Jährige hat aber über 100 Partien in der 1. Liga und in der Promotion League auf dem Buckel – laut Altherr ist ihm auch eine wichtige Leaderrolle zugedacht. Den grossgewachsenen und laufstarken Innenverteidiger Robin Steinmetz brachte Digenti aus Rümlang mit, und Dejan Ilic stösst zusammen mit Co-Trainer Dario Galbarini von Oberglatt zum FCU. Letzterer machte sich im Unterland als Torgarant des FC Bülach einen Namen und soll nun Usters Stürmer weiterbringen, Ilic ist einer davon, er gilt als Talent. Und da wäre auch noch der spielende Co-Trainer Christian Kluser, in der Region bestens bekannt dank seinen Zweitliga-Engagements bei Dübendorf und Bassersdorf.
Das Potenzial für den direkten Wiederaufstieg ist fraglos vorhanden – auch wenn sich Digenti mit Prognosen zurückhält und sagt: «Man soll uns nicht einen Strick daraus drehen, wenn wir Zweiter werden.» Er will eine Mannschaft sehen, die kompakt verschiebt und gut organisiert ist. Und er möchte die Identifikation mit dem Klub fördern. Die Heimspiele finden deshalb wenn immer möglich auf der Heusser-Staub-Wiese statt – der eigentlichen Heimat des Klubs. «Damit wir das Bier im eigenen Klubhaus trinken können.»
Tor: Philipp Bünter (35), Paul Ritter (20), Leo Sturzeneggger (23).
Verteidiger: Claudio Attademo (30), Salvador Costa (27), Daniele Demasi (35), Cendrim Dervishaj (22), Dejan Ilic (22), Mehmet Mercan (30), Antonio Piperno (28), Samuel Von Aarburg (32), Remo Schläpfer (19), Robin Steinmetz (23).
Mittelfeld: Luis Arenillas (17), Kevin Barbosa (17), Valentin Bachmann (17), Oscar Barreiro (33), Albert Laski (29), Marc Leu (17), Fabio Serafini (27).
Angriff: Diego Bürger (29), Ruben Suarez (19), Andreas Hofstetter (34), Christian Tiscar (34), Adriano Toma (30).
Trainer: Fabio Digenti (34), neu
Wir sagen: Rang 1
Auch wenn es weniger frisches Blut gab als geplant: Der FC Uster erholt sich ohne Verzögerung vom Abstieg und gehört zu den Spitzenteams der Gruppe. Der direkte Wiederaufstieg gelingt.

