Die Frage drängte, und die Antwort kam rascher als erwartet: Sauber bezieht wieder Antriebsstränge von Ferrari. Nicht einmal 24 Stunden nachdem über die gescheiterte Ehe mit Honda informiert worden war, teilte der Hinwiler Rennstall die Rückkehr zum langjährigen Partner mit. Von einem mehrjährigen Vertrag ist die Rede in den Communiqués der beiden Teams – das ist bei Motorenverträgen Usus, und man kann davon ausgehen, dass es sich wie beim geplatzten Honda-Deal um einen bis 2020 dauernden Kontrakt handelt. Sauber wird von den Italienern die aktuellste Motorenspezifikation und das Getriebe beziehen.
Verbindung mit Tradition
Die Rückkehr zu Ferrari ist nur logisch. Mit der Scuderia verbindet Sauber eine lange Partnerschaft. Seit 1997 kooperiert der Hinwiler Rennstall mit Ferrari – mit einem vierjährigen Unterbruch zwischen 2006 und 2009, als in Hinwil BMW federführend war.
Die Verbindung zwischen Sauber und Ferrari hat also Tradition, sie war zuletzt allerdings mutmasslich nicht mehr so eng wie auch schon. Einst waren die Hinwiler der einzige Kunde von Ferrari, und Peter Sauber verband eine Freundschaft mit dem damaligen Ferrari-Teamchef Jean Todt. Zuletzt belieferte die Scuderia aber neben Sauber vor allem den engen Kooperationspartner Haas sowie Toro Rosso. Und in dieser Saison ist Sauber – freiwillig – mit der letztjährigen Version des Ferrari-Motors am Start. Dem Vernehmen nach hat die Beziehung zu Ferrari in den letzten Jahren gelitten – auch wegen unbezahlter Motorenrechnungen, als Sauber ums Überleben kämpfte.
Neustart mit veränderten Vorzeichen
Nun steht die Partnerschaft vor einem Neustart mit veränderten Vorzeichen. Sauber ist nach der Übernahme durch die Longbow Finance SA finanziell abgesichert, mit Frédéric Vasseur ist zudem ein neuer Teamchef da anstelle von Monisha Kaltenborn, welche die am Donnerstag beerdigte Partnerschaft mit Honda ausgehandelt hatte.

