An Selbstbewusstsein mangelt es Pascal Wehrlein nicht. «Ich denke es wird wahrgenommen, dass ich in Autos Punkte geholt habe, die unter normalen Umständen nicht in die Punkteränge fahren». Die Aussage – sie stammt aus einem Interview des Deutschen mit der offiziellen Website «formula1.com» – zeigt: Wehrlein weiss, dass er bisweilen Dinge erreicht, die Seltenheitswert haben.
Dazu gehören nicht nur die fünf WM-Punkte, die er heuer für das Hinwiler Sauber-Team geholt hat (vier als Achter in Barcelona, einen als Zehnter in Baku), sondern vor allem jener eine Zähler, den er für das Hinterbänkler-Team Manor vor einem Jahr in Österreich als Zehnter gewann – daran biss sich sein aktueller Arbeitgeber lange die Zähne aus.
Viel Lob für den neuen Chef
Eigentlich möchte Wehrlein nicht in einem Auto sitzen, das über weite Strecken chancenlos ist. «Ich hoffe bald», sagt er auf die Frage, wann sein Talent wohl mit einem Cockpit in einem konkurrenzfähigen Auto belohnt werde. Wo er im nächsten Jahr fährt, ist unklar. Er wolle eines Tages in einem Team sein, wo er Rennen gewinnen und um Titel kämpfen könne, sagt Wehrlein. «Derzeit habe ich die Tools dafür nicht. Wir haben nicht das Auto, um oft in die Top Ten zu fahren – nur wenn die Sterne richtig stehen.»
Dass in der zweiten Saisonhälfte – sie beginnt am nächsten Wochenende mit dem GP von Ungarn – weitere Punkte für Sauber hinzukommen, darüber macht sich Wehrlein keine Illusionen. «Wir brauchen Glück», sagt er. Vom neuen Teamchef Frédéric Vasseur hält er zwar viel, «er ist ein sehr erfolgreicher Mann und könnte sehr gut sein für das Team», sagt Wehrlein. Der Deutsche glaubt aber, dass sich die Verpflichtung des Nachfolgers von Monisha Kaltenborn nicht so rasch auf die Performance auswirken wird, denn: «In der zweiten Saisonhälfte wird sich das Team auf das nächste Jahr fokussieren.»

