Das Siegerfoto spricht Bände. Zu dritt stehen sie nebeneinander, gekennzeichnet vom Rennen, diesen 210 km mit ihren über 7000 Höhenmetern. Über zehn Stunden ist das Trio an der Salzkammergut Trophy – dem wohl härtesten Bike-Marathon der Welt – unterwegs gewesen. Alles ist voller Dreck. Helm, Trikot und Gesichter. Erschöpft sind die drei Fahrer, aber glücklich. Vor allem der Mann in der Mitte – Konny Looser. Der Hinwiler ist zum ersten Mal überhaupt an der Salzkammergut-Trophy gestartet und hat über die berüchtigte A-Distanz sogleich gewonnen. Hunderte von Zuschauern sind später bei der Siegerehrung auf dem Dorfplatz von Bad Goisern dabei. Es ist ein Moment mit Gänsehautfeeling für Looser, «den ich so schnell nicht mehr vergessen werde», wie er aus Österreich meldet.
Zielsprint nach 210 km
Bevor sich der 28-jährige Bikeprofi feiern lassen kann, erlebt er eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Strömender Regen und Temperaturen unter zehn Grad sorgen für extreme Bedingungen auf der Strecke. Looser fährt stets in den vordersten Positionen. Doch dann erleidet er einen ersten Platten, später einen zweiten. Nach dem dritten Plattfuss muss er gar einige Zeit auf den Felgen fahren, ehe er das Rad wechseln kann.
Den höchsten Punkt des Rennens erreicht er gemeinsam mit José Albiuzu an der Spitze, doch nach 170 km zieht der Spanier davon. 30 km vor dem Ziel kann der Oberländer wieder aufschliessen. Und weil er den Spanier im Zielsprint bezwingt, belohnt er sich schliesslich nach all den Anstrengungen mit dem Sieg. Nur 504 der 770 Starter werden am Schluss gewertet. Über 150 Fahrer geben entkräftet und zermürbt auf, rund 70 scheitern an der Karenzzeit. Nicht umsonst heisst der Werbespruch der Veranstaltung: «Einmal Hölle und zurück».

