Böser Rückschlag für das Hinwiler Sauber-Team: Der erst im April verkündete Motorendeal für 2018 mit Honda ist geplatzt. Wie aus Kreisen von Noch-Honda-Partner McLaren durchsickerte, treten die Japaner von dem Vertrag, der Sauber sogar den Status eines offiziellen Werksteams gesichert hätte, zurück. Eine offizielle Bestätigung vom Sauber-Team gibt es dazu nicht; geschweige denn einen Kommentar. Auf Medienanfragen reagierte man in Hinwil am Dienstag nicht.
Ärger über Trennung von Kaltenborn
Die Hintergründe liegen wohl in der derzeitigen Personalpolitik von Sauber: Die Trennung von Teamchefin Monisha Kaltenborn, die beim Honda-Deal federführend war, löste beim japanischen Motorenhersteller Ärger aus, wie zuletzt im Fahrerlager an verschiedenen Stellen zu hören war.
Kaltenborn genoss bei Honda hohes Ansehen. Die Sauber-Spitze mit Verwaltungsratspräsident Pascal Picci und Finn Rausing, dem Vertreter der schwedischen Investorenfamilie, und ihre Vorstellungen offenbar weniger.
Ein Interview von Picci in der «NZZ am Sonntag», in der der Longbow-Chef verlauten liess, der Honda-Deal mache ihm Sorgen, dürfte die Stimmung nicht eben verbessert haben. Kritik am Partner, bevor die Zusammenarbeit überhaupt begonnen hat, das kommt in Japan, wo Loyalität und Gesichtswahrung eine grosse Rolle spielen, nicht gut an. Dass Honda aber gleich aus dem Vertrag aussteigt, überraschte die meisten Insider.
Rückkehr zu Ferrari?

