Jeannine Gmelin hat sich diese Saison schon an ganz verschiedenen Enden der Gefühlsskala befunden. Da war ihr Sieg beim Weltcup-Auftakt in Belgrad. Es war ein dominanter Auftritt, der der Ustermer Ruderin in Serbien gelang. Dem Hochgefühl folgte bald darauf aber auch ein Tiefschlag für die Olympia-Fünfte im Einer, der äusserst weh tat. Im doppelten Sinn.
Gmelin zog sich im Mai eine schmerzhafte Rippenverletzung zu, die sie zwang, die Europameisterschaften vorsichtshalber auszulassen, um nicht den Rest der Saison zu gefährden. Eine EM notabene, bei dir sie mit ihrer Leistungsstärke im Kampf um Gold ein gewichtiges Wort mitgeredet hätte.
Plötzlich zwickte es im Rücken
Obwohl tief getroffen, schaffte es Gmelin, sich davon nicht herunter ziehen zu lassen. Sie akzeptierte die Situation und setzte den Fokus zügig neu. «Der Rotsee ist ein guter Horizont», sagte sie kurz nach ihrem EM-Forfait Ende Mai mit Blick Richtung Juli. Sie meinte damit zweierlei. Einerseits die Schweizer Meisterschaften, andererseits den Weltcup-Anlass kurz darauf.
Ganz ohne Knick verlief der Wiederaufbau allerdings nicht. Da sie vor der Rückkehr aufs Wasser viel auf dem Velo trainierte, wurde ihre Beinmuskulatur kräftiger. Als Gmelin dann wieder im Boot sass, bekam sie Rückenschmerzen – wegen einer Dysbalance zwischen Oberkörper - und Beinmuskulatur. «Ist das eine vorbei, kommt schon das nächste Problem», dachte sie sich. Die 27-Jährige ist mittlerweile aber auch die Rückenschmerzen los.

