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Colorado plant Andrighetto als Leistungsträger ein

Sven Andrighetto hat letzte Saison in seiner kurzen Zeit bei den Colorado Avalanche einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Lohn dafür ist ein gut dotierter Zweijahresvertrag. Das NHL-Team setzt bei seinem Neuaufbau auf die Qualitäten des 24-jährigen Wermatswilers.

Colorado plant Andrighetto als Leistungsträger ein

«Ihr werdet noch mehr von Sven Andrighetto sehen», versprachen die Colorado Avalanche am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ihren Fans. Dann gaben sie die Vertragsverlängerung mit dem Wermatswiler bekannt. Für zwei Jahre hat der 24-Jährige beim NHL-Klub aus Denver unterschrieben.

Dem Team also, das zuletzt die schlechteste Saison seiner Geschichte ablieferte. Die Lawine, was Avalanche übersetzt heisst, gewann nur knapp einen Viertel ihrer 82 Spiele. Satte 46 Punkte fehlten dem zweifachen Stanley-Cup-Sieger (1996/2001) zum letzten Playoffplatz in der Western Conference.  

General Manager Joe Sakic, der die Avalanche einst als Captain zum Titel führte, hat deswegen längst einen Umbau der Mannschaft in Angriff genommen. «Um voranzukommen, müssen wir jünger und schneller werden», betonte Sakic mehrfach. Andrighetto ist dabei einer der tempofesten Spieler, die mithelfen sollen, die Avalanche in die Erfolgsspur zurück zu bringen. «Er hat eine gute Spielübersicht und bringt Speed und Skorerqualitäten in unser Team», lobte der General Manager den Schweizer Nationalspieler bei der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung. Andrighetto meldete derweil, er fühle sich geehrt. «Ich freue mich, auch die nächsten zwei Jahre Teil der Avalanche zu sein.»

«Andrighetto fliegt übers Eis»

Die Lawine lässt sich die Weiterbeschäftigung des Flügels etwas kosten, was ein Zeichen der Wertschätzung ist. Andrighetto verdient neu 1,4 Millionen US-Dollar jährlich und hat sein Gehalt mehr als verdoppelt. Unter den in der letzten Saison in der NHL eingesetzten 14 Schweizern rückt er lohnmässig an die siebte Stelle vor. Einzig langjährige NHL-Stammspieler wie Mark Streit, Roman Josi oder Nino Niederreiter bewegen sich auf deutlich höherem Lohnniveau. Andrighetto hat allerdings nie mehr als 44 NHL-Partien in einer Saison bestritten. Insgesamt spielte er in den letzten drei Jahren 102-mal in der Liga, daneben jedoch auch in der zweitklassigen AHL.

Dennoch: Es kommt nicht überraschend, dass Andrighetto bei den Avalanche einer der Hoffnungsträger ist. Der flinke und wendige, für nordamerikanische Verhältnisse mit 1,78 m aber relativ kleine Stürmer hat in seiner kurzen Zeit in der NHL-Organisation einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So nachhaltig, dass Colorado den Stürmer im Expansion Draft vor dem Zugriff des neuen Teams Vegas Golden Knights schützte. Danach machte ihm der Klub ein sogenannt qualifizierendes Angebot, um die Rechte an ihm zu behalten und nahm den 24-Jährigen jetzt auch als ersten seiner sieben «Restricted Free Agents» unter Vertrag.

Dabei war Andrighetto erst Anfang März von den Montreal Canadiens nach Colorado getauscht worden. Die Avalanche gaben dafür den Norweger Andreas Martinsen ab, einen ganz anderen Spielertypen. «Martinsen kann checken, Andrighetto fliegt dafür übers Eis», brachte ein Internetportal den Unterschied etwas salopp auf den Punkt.

Gute Zukunft prognostiziert

Der Wechsel aus dem Eishockey verrückten Montreal, in dem die Spieler keine Privatsphäre geniessen ins beschaulichere Denver, wo er in aller Ruhe einen Kaffee trinken kann, brachte die Karriere von Andrighetto wieder in Fahrt. «Es ist ein Neubeginn», sagte er im Gespräch mit dem
ZO/AvU. Der Wermatswiler genoss es, das Vertrauen der Verantwortlichen zu spüren. Nachdem er bei den Canadiens nur wenig Eiszeit hatte und in den hinteren Linien eingesetzt wurde, erhielt er beim Kellerkind sofort viel Verantwortung. In nur 19 Spielen gelangen dem nun in einer offensiven Rolle agierenden Andrighetto 16 Skorerpunkte.

Momentan absolviert der Stürmer in Oerlikon sein Sommertraining. Mühe, sich dafür zu motivieren, hat er keine. Und er glaubt daran, dass die Avalanche zukünftig wieder häufiger gewinnt. «Die Mischung stimmte noch nicht. Aber es hat viel Talent in der Mannschaft.» Davon ist auch Jerome Iginla überzeugt, der letzte Saison bis im März Teil des Teams war. Er sehe eine konkurrenzfähige Mannschaft heranwachsen, sagte der mittlerweile 40-jährige Flügelstürmer. «Ich glaube, Colorado hat eine vielversprechende Zukunft.» Dasselbe könnte für Andrighetto gelten. Die jüngste Digitalausgabe der angesehenen Fachzeitschrift «The Hockey News» befand jedenfalls: «Er ist bereit für den Durchbruch.» 

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