Trennung von Kaltenborn bestätigt
«Longbow Finance SA bedauert bekanntzugeben, dass Monisha Kaltenborn ihre Positionen bei der Sauber Gruppe mit sofortiger Wirkung beenden wird. Unterschiedliche Sichtweisen führten zu einer sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit in beidseitigem Einvernehmen.» Das heisst es in einem Communiqué, das vom Hinwiler Sauber-Team kurz nach Mitternacht publiziert wurde. Es besteht lediglich aus einem Statement des Verwaltungsratspräsidenten Pascal Picci.
Damit ist das offiziell, was rund 13 Stunden zuvor erstmals als Gerücht auf verschiedenen Internetportalen auftauchte. Die ehemalige Teamchefin selber kommt im Communiqué nicht zu Wort. Picci wird zitiert, man danke Kaltenborn für «die vielen Jahre, in denen sie das Sauber F1 Team mit starker Führung und grossartiger Leidenschaft lenkte». Man wünsche ihr für die Zukunft das Allerbeste.
Die Gründe bleiben im Dunkeln
Worin die «unterschiedlichen Sichtweisen» bestehen, die zur offensichtlich sehr kurzfristigen Trennung führten, wird mit keiner Silbe erwähnt. Hingegen publizierte das Team eine halbe Stunde vor der Bestätigung ein eigenartiges Dementi, ebenfalls in Form eines Statements von Picci: «Die Besitzer und der Verwaltungsrat der Sauber Motorsport AG weisen mit aller Vehemenz Spekulationen und breitgestreute Medienberichte von heute zurück, wonach unsere Fahrer nicht gleichwertig behandelt wurden beziehungsweise werden», heisst es da. Das sei nicht nur offensichtlich unwahr, sondern stehe auch ganz im Gegensatz zur «seit langer Zeit bestehenden, uneingeschränkten Verpflichtung des Teams zum fairen Wettbewerb». Auch den Informationen von Züriost zufolge waren Differenzen bezüglich der Teamführung in Bezug auf die Behandlung der beiden Fahrer ein Grund für die Trennung.
Die Berichte seien für die Fahrer, für das Management und für die Belegschaft des Teams «äussert nachteilig», wird Picci weiter zitiert. Weshalb das Team das Dementi und die Bestätigung der Trennung nicht gleichzeitig publizierte, bleibt unklar. Zur Nachfolge Kaltenborns, die CEO und Teamchefin in Personalunion war, hiess es lediglich: «Demnächst werden wir bekanntgeben, wer ihre Funktionen übernehmen wird.» Die beiden Communiqués im Wortlaut:

