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Sport

Ein beschwerlicher Umweg für Peer Borsky

Im Team nicht einmal mehr Ersatz, im Einzel nicht dort, wo er sein möchte: Die Saison des Rütners Peer Borsky liest sich wie ein Schlamassel. Für die Baisse gibt es aber gute Gründe – und ein Ende ist in Sicht.

Es war eine gewissermassen symptomatische Szene für Peer Borsky: Die Rückreise des Rütner Degenfechters vom Grand Prix in Bogota verlief nicht wie geplant. Das Flugzeug aus der kolumbianischen Hauptstadt zurück nach London, wo Borsky derzeit lebt, musste wegen technischer Probleme nach zwei Stunden umkehren. Der 26-Jährige kam erst mit einem Tag Verspätung am Dienstagnachmittag in Europa an. Und zu feiern hatte er wenig – der 27. Rang in Kolumbien entspricht seinem Minimalziel, bei solchen Anlässen am zweiten Tag noch dabei zu sein, sprich: unter die besten 32 vorzustossen.

Beschwerlich war nicht nur die Rückreise, beschwerlicher ist auch der sportliche Weg Borskys geworden. Seit September letzten Jahres absolviert er in London ein Masterstudium in Wirtschaft, das er im August abschliessen wird. Sport und Studium liessen sich in England besser kombinieren, glaubte Borsky. Nun muss er feststellen: «Ich habe unterschätzt, wie anspruchsvoll dieser Weg ist. Ich dachte, ich könne mehr Zeit ins Training investieren.» Doch in London ist Borsky im Gegensatz zur Schweiz als Student quasi dauernd gefordert, das Jahr ist nicht in Semester, sondern Trimester unterteilt, und er muss viele kleinere Arbeiten schreiben, die «zwar nicht schwierig, aber zeitaufwändig» sind.

«Habe mein Soll nicht erfüllt»

Das Fechten kommt dabei zu kurz. Dreimal pro Woche trainiert er auf der Planche, zusätzlich arbeitet er zweimal wöchentlich an der Physis. Zum Vergleich: Vor den Olympischen Spielen focht Borsky an vier Tagen pro Woche jeweils zweimal, an zwei weiteren Tagen einmal. Und: Borskys aktuelle Sparringspartner in England können seinen Schweizer Teamkollegen das Wasser nicht reichen. «Es sind coole Leute und es macht Spass gegen sie zu fechten. Aber an internationalen Turnieren geht alles viel schneller.»

Deshalb fallen auch die Resultate nicht nach Borskys Gusto aus. «Ich habe mein Soll nicht erfüllt», sagt er. «Auch unter diesen Umständen sollte ich an sechs von acht Anlässen am zweiten Tag noch dabei sein.» Erreicht hat er dieses Ziel aber lediglich zweimal – als 22. im Weltcup in Vancouver im Februar, und eben nun in Bogota.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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