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Titel und WM-Limite für Schlumpf

Die Wetzikerin Fabienne Schlumpf und die Rütnerin Martina Tresch holten auf dem Ustermer Buchholz die Meistertitel. Schlumpf unterbot über 3000 m Steeple die WM-Limite, Tresch lief die 10'000 m so schnell wie noch nie.

Titel und WM-Limite für Schlumpf

Simpel war die Ausgangslage nicht gewesen: Die Temperatur war spätwinterlich tief, fordernde Konkurrenz gab es keine, und der Saisoneinstand in ihrer Spezialdisziplin war am letzten Sonntag nicht eben verheissungsvoll verlaufen. Zwar war Fabienne Schlumpf über die selten bestrittenen 2000 m Steeple eine neue persönliche Bestmarke und Schweizer Rekord gelaufen, gleichzeitig aber hatte sie bemängelt: «Über die Hindernisse stimmte technisch fast gar nichts». Besser machen wollte sie es gestern in Uster an der SM über die 3000 m Steeple. Eine Zeit unter 9:42 Minuten strebte die Schweizer Rekordhalterin an – die Limite für die WM in London im August.

Eine «viel, viel bessere» Leistung

Im Alleingang und mit der Regelmässigkeit einer Uhr realisierte dies die 27-jährige Wetzikerin in 9:40,37 Minuten. «Zumindest in Gedanken und beim Überrunden war ich bei meinen Mitkonkurrentinnen.» Sie freute sich. «Viel, viel besser», sei ihre Leistung gewesen. Und dass sie auf sich allein gestellt war, erachtete sie als Vorteil: «Ich hatte immer freie Sicht auf die Hindernisse und konnte mich so ohne Störung auf diese konzentrieren».

Unterstützend gewirkt hatte auch die Sicherheit, die sie sich in den Trainings erarbeitet hat. Mit dem Gefühl, «jetzt habe ich diese Balken und den Wassergraben wieder im Griff», sei sie an die Startlinie getreten. Von der «wiederentdeckten Liebe zu den Hindernissen», sprach sie. Und das bereitete ihr «riesigen Spass».

Entspannt in die Höhe

Schlumpfs gelaufene Zeit ist wertvoll. Neben der WM-Limite – «jetzt kann ich die abhaken und kann weglegen» – lief sie die fünftbeste Zeit ihrer Karriere. 2014 war sie einmal schneller, im letzten Jahr bei drei Gelegenheiten: an ihrem Rekordrennen an den Olympischen Spielen in Rio (9:30,54) sowie bei den beiden Einsätzen an den Europameisterschaften in Amsterdam (9:40:01 und 9:40,28) – und einmal 2014. «Das verspricht einiges», sagte sie und erinnerte auch an ihre eindrücklichen Rennen dieses Frühlings mit den drei Schweizer Rekorden auf der Strasse über 15 km, 20 km und im Halbmarathon.

Für Schlumpf kann es nun planmässig weitergehen. Heute Samstag fährt sie für drei Wochen ins erste Höhentraining nach St. Moritz – «entspannt», wie sie sagt. Den Aufbau fortsetzen will sie, weitere Fortschritte machen. Der nächste Einsatz über die 3000 m Steeple hat sie für Mitte Juni in Genf geplant, ehe es dann international ernst gilt: am Diamond League Meeting in Oslo.

Tresch mit klarer Bestzeit

Die Rütnerin Martina Tresch realisierte ihr Ziel, den Titel aus dem Vorjahr über 10 000 m zu verteidigen – und sie tat dies souverän. Sämtliche titelberechtigten Widersacherinnen überrundete die 28-Jährige. Des Tagessieges sicher sein konnte sie sich dennoch bis fast zum Schluss nicht. Aude Salord, die Seriensiegerin im Züri-Lauf-Cup aus Horgen, ist Französin und somit nicht titelberechtigt. Sie wollte Tresch unbedingt bezwingen.

«Wenn sie mich schlagen will, muss sie mich vorzeitig distanzieren», war sich Tresch bewusst. Da sie aber ständig in Führung lag und der nötige Angriff nach acht Kilometern nicht kam, wuchs ihre Siegsicherheit. «Aufgrund meiner Trainingserfahrung weiss ich von meiner Endstärke», sagte sie. Und diese Endschnelligkeit spielte sie denn auch aus. In 33:38,30 Minuten wurde sie gestoppt. «Sämtliche 25 Runden fühlten sich gut an», sagte sie. Wie gut das Resultat ist, zeigt sich anhand ihrer Steigerung. Um nicht weniger als 49 Sekunden verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit. (Jörg Greb)

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