Mietet sich McLaren in Sauber-Windkanal ein?
Schon nach den ersten Saisonrennen zeigt sich: Der letztjährige Ferrari-Motor ist zu schwach, als dass Sauber bald ins Mittelfeld der Formel 1 vorstossen wird. WM-Punkte bleiben Wunschträume, zumal die Konkurrenz mit hohem Tempo weiterentwickelt. Sobald Honda die Motorenprobleme in den Griff bekommt, dürfte McLaren Punkte einzufahren beginnen und an Sauber vorbeiziehen.
A propos McLaren und Honda: Dass Sauber ab nächster Saison mit Honda-Motoren unterwegs ist, wird unterschiedlich bewertet. Manche Kommentatoren geben der Kombination wenig Kredit, die «NZZ» etwa bezeichnete sie als eine «Allianz der Schwächsten». Andere wiederum sehen für beide Seiten Vorteile, weil sie glauben, Honda werde mit Daten von vier statt zwei Autos den Motor besser entwickeln können und Sauber zudem mehr Aufmerksamkeit schenken als das Ferrari zuletzt tat. Inwiefern der Deal tatsächlich Erfolg bringt, bleibt abzuwarten. Luft nach oben haben jedenfalls beide Seiten beträchtlich.
Umfangreiche Zusammenarbeit mit McLaren?
Nähere Details über die Zusammenarbeit sind seit der Verkündigung vor dem Rennen in Sotschi vor knapp zwei Wochen keine bekannt geworden – offiziell nicht zumindest. Laut mehreren Quellen bezieht Sauber künftig das Getriebe von McLaren. Das macht insofern Sinn, als in Hinwil gar keine eigene Getriebe-Abteilung mehr existiert, seit BMW das Getriebe in München produzierte und das entsprechende Know-how bei Sauber verloren ging. Nach dem BMW-Ausstieg wurde das Team von Ferrari mit Motor und Getriebe beliefert.
Die Zusammenarbeit mit McLaren könnte noch deutlich umfangreicher werden. Wie «motorsport.com» unter Berufung auf Quellen aus dem McLaren-Hauptsitz im englischen Woking schreibt, ist denkbar, dass McLaren künftig den Sauber-Windkanal in Hinwil nutzt. Derzeit sind die Briten in der Anlage von Toyota in Köln eingemietet – bei einem Rivalen von Honda also.
In Hinwil wiederum wurden Kapazitäten frei, als Audi, ein wichtiger Kunde im Windkanal, im letzten Jahr den Ausstieg aus der Langstrecken-WM bekannt gab. Im Gegenzug könnte Sauber den Simulator bei McLaren nutzen.

