Die eine Geschichte rund um das Hinwiler Sauber Team ist rasch erzählt: Jene des Rennens in Sotschi. Es ist – wenig überraschend – keine Erfolgsgeschichte. Mit den Rängen 15 (Marcus Ericsson) und 16 (Pascal Wehrlein) waren die Sauber-Piloten ganz am Ende des Feldes zu finden – eine realistische Chance auf bessere Platzierungen hatten sie zu keinem Zeitpunkt (wir berichteten).
Dem vom letztjährigen Ferrari-Motor angetriebenen Auto mangelt es nicht nur an Power, sondern offenbar auch an Abtrieb – das ist ein Armutszeugnis angesichts der Tatsache, dass man sich schon früh entschied, einen veralteten Motor einzusetzen, um aerodynamisch das Optimum herausholen zu können. Gelungen ist dies keineswegs, und es bleibt fraglich, ob die für Barcelona in zwei Wochen angekündigten Updates wirklich viel Besserung bringen.
Salbungsvolle Worte
Die andere Sauber-Geschichte ist eigentlich eine Vollzugsmeldung. Dass Sauber ab 2018 mit Honda als Motorenpartner zusammenarbeiten wird, zeichnete sich schon seit Monaten ab (wir berichteten). Am Sonntag vor dem Rennen nun offizialisierte der Hinwiler Rennstall die Kooperation. Von einer «umfangreichen strategischen und technologischen Neuausrichtung» ist im Communiqué des Teams die Rede. Teamchefin Monisha Kaltenborn wird mit den Worten zitiert, man blicke «der Partnerschaft mit Honda mit sehr viel Freude entgegen, weil sie uns für die Zukunft auf einen erfolgreichen Kurs bringen wird – sowohl aus strategischer wie auch aus technologischer Sicht.»
Das ist gar salbungsvoll. Die Mitteilung von Honda zum selben Thema bringt es ganz nüchtern auf den Punkt: Sauber wird ab 2018 schlicht Motorenkunde. Sinn macht das für beide Seiten durchaus: Für den japanischen Hersteller, der seit seinem Wiedereinstieg 2015 McLaren als Quasi-Werksteam angebunden hat, bringt ein Motorenkunde Vorteile in der Entwicklung, weil so mehr Daten und Erfahrungswerte zur Verfügung stehen. Aus Sauber-Sicht ist man zwar kein Werksteam, aber hat doch einen höheren Status als zuletzt bei Ferrari, wo Sauber als Kunde hinter dem Haas-Rennstall nur noch die dritte Geige spielte.

