Mehr als die Pflicht erfüllen
Wer sich am vergangenen Wochenende für die Resultate aller Schwingfeste interessierte, hatte eine geballte Ladung Recherchearbeit zu erledigen. Gleich sieben Regionalfeste standen bei den Aktiven auf dem Programm. Eines davon war der Frühjahrsschwinget in Gossau, den der 42-jährige Stefan Burkhalter für sich entschied.
Die Oberländer blieben bei ihrem Heimauftritt mit bloss drei Auszeichnungen hinter den eigenen Erwartungen. Ein Weltuntergang ist dies aber nicht. In der Frühphase der Freiluftsaison geht es vor allem um eine Standortbestimmung und darum, in Form zu kommen. Matthias Stahel, der technische Leiter des Schwingklubs Zürcher Oberland, sagt: «Kleine Feste sind gute Trainings. Als solches sollten die Schwinger sie auch betrachten.»
Reich befrachtetes Programm
Nach dem Wettkampf in Gossau geht es für die Oberländer Schwinger nun Schlag auf Schlag weiter. Bis Anfang Oktober und dem Abschluss mit dem Klubschwinget stehen über 15 Feste an. Diesen Sonntag sind die Oberländer am Thurgauer Kantonalschwingfest in Zihlschlacht im Einsatz – es ist eines der sieben Kantonalfeste auf ihrem Programm. Das Zürcher Kantonale (21. Mai) in Weiach nimmt dabei natürlich eine besonders grosse Rolle ein. Die Oberländer wollen sich besser aus der Affäre ziehen als letztes Jahr. Damals holten sich einzig Felix Stahel und Mathias Braun – für ihn war es eine Premiere – den Kranz.
Vier bis fünf Kränze erwartet Daniel Spörri heuer. Der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland hofft nicht nur auf eine bessere Ausbeute am Zürcher Kantonalen, er möchte auch, dass sich das Oberländer Team gegenüber dem Vorjahr allgemein steigern kann. «Es war eine durchzogene Saison», sagt Spörri mit einem Blick zurück. Oder um es in anderen Worten zu sagen: Pflicht erfüllt, nicht mehr.
Sorgen bei den Teamleadern
Das ganz grosse Highlight 2017 heisst Unspunnen-Schwinget. Von einer Teilnahme am eidgenössischen Fest in Interlaken (27. August) träumt so mancher Schwinger – auch in der Oberländer Equipe. Nur: Das Teilnehmerfeld ist kleiner als bei einem Eidgenössischen. Das macht es für die Athleten noch schwieriger, sich einen Startplatz am Unspunnen zu sichern. Matthias Stahel glaubt, dass es ein, zwei Oberländer schaffen werden, sich für das Konzert der «Bösen» aufzudrängen.
Der technische Leiter denkt dabei in erster Linie an den Sternenberger Roman Schnurrenberger sowie Routinier Fabian Kindlimann. Der Walder wird allerdings einmal mehr von körperlichen Problemen ausgebremst. Noch hat er diese Saison kein Schwingfest bestritten, wie Remo Ackermann. Den Steger – er gehört zusammen mit Kindlimann und Schnurrenberger zu den Oberländer Teamleadern – warf eine Viruserkrankung zurück.
Zahlreiche Junge rücken nach
Hinter den arrivierten Kräften wie dem Baumer Christoph Odermatt und Mathias Braun (Wald) rückt derweil eine Handvoll starker Junge nach. Matthias Stahel zählt gleich ein halbes Dutzend Schwinger auf, die ihm Freude bereiten. Am weitesten auf ihrem Weg, sich bei den Aktiven zu etablieren, sind derzeit der Hinwiler Nicola Funk (18) sowie Benjamin Nock (16) aus Turbenthal. Beide pflegen einen angriffigen Stil und haben etwas ganz Zentrales: viel Biss.

