Die dunklen Zeiten scheinen weit weg. Aus Hinwil vernimmt man Stimmen, die sagen, es fühle sich wieder wie früher an. Sorglos, finanziell abgesichert, zuversichtlich, «es ist ein Gefühl, das wir zwar kennen, aber schon lange nicht mehr hatten», sagte Teamchefin Monisha Kaltenborn am Rande der Tests in Montmeló bei Barcelona. Und Jörg Zander, der neue Technische Direktor, zeigte sich «begeistert von der Einstellung des Teams». Nach den Frustrationen und Ängsten der durchlebten Turbulenzen sei «die Motivation deutlich bei jedem Einzelnen» zu erkennen.
Es waren schwere Turbulenzen, die für das Sauber-Team im letzten Jahr beinahe zum Absturz geführt hätten – bis das kam, was Peter Sauber unlängst in einem seiner äusserst selten gewordenen Interviews im «Sonntagsblick» als «ein Erfolg in der Not» und als «glücklichen Abschluss in einer sehr, sehr schwierigen Zeit» bezeichnete: den Verkauf der Sauber Holding an die im Waadtland ansässige Investmentfirma Longbow Finance SA.
Zurückhaltende Besitzer
Was als eine schweizerische Lösung aussah und vom Team auch als solche angepriesen wurde, war nichts anderes als der definitive Einstieg des Umfelds des schwedischen Piloten Marcus Ericsson. Die Verbindungen zum Weltkonzern Tetra Laval waren rasch hergestellt, sie wurden vom Team nie kommentiert, aber auch nie in Abrede gestellt. An den diesjährigen Vorsaisontests wurde Finn Rausing, Mitbesitzer von Tetra Laval und Mitglied der milliardenschweren Rausing-Familie, zusammen mit Ericssons Manager gesichtet.
Öffentlich treten die neuen Besitzer nicht in Erscheinung – ihre konkreten Pläne und Ziele sind nicht bekannt, die Kommunikation läuft nur via Teamchefin Kaltenborn. Sie spricht von der Stärkung und Erweiterung des Standorts Hinwil und vom Ausbau des Drittkundengeschäfts, die Formel 1 soll dereinst nur noch ein Teilbereich sein.

