Die Szenerie hatte viel Symbolcharakter. Als um 19.33 Uhr am Samstagabend in der Frauenfelder Eishalle die Schlusssirene aufheulte, wirbelten auf Frauenfelder Seite Stöcke, Helme und Handschuhe durch die Luft, das Team war eine einzige Jubeltraube. Auf der andern Seite des Eises die Dübendorfer, regungslos, mit leerem Blick, wässrigen Augen, gesenktem Haupt. Hinter ihnen die Frauenfelder Fans, die die Halle mit Pyros in rotes Licht tauchten, und ein Transparent mit dem Slogan «United we stand».
«Taktisch waren die Frauenfelder hervorragend auf uns eingestellt. Und wir haben kein Rezept dagegen gefunden», sagt Jann Falett nach dem Spiel. Weitere Stimmen zum Spiel gibt es im Video. (Video: Simon Grässle)
Der EHC Dübendorf hatte sich am Ende einem Gegner geschlagen geben müssen, der diesen Slogan auf dem Eis beeindruckend verkörperte. Solidarisch, bodenständig und mit viel Kampfgeist holte sich der EHC Frauenfeld den zweiten Ostschweizer Meistertitel nach 2009. Die Glattaler hingegen, die in der Qualifikation noch quasi unbezwingbar schienen und im Playoff auf dem Weg in den Final zwei Partien weniger benötigten als die Thurgauer, scheiterten zum zweiten Mal in Serie in einem Playoff-Final in vier Spielen. «Eine grosse Leere ist da», sagte Captain Remo Sägesser. «Kompliment an die Frauenfelder. Sie hatten ihren Gameplan und brachten uns damit zum Verzweifeln».
Es ist nicht so, dass die Dübendorfer chancenlos gewesen wären, im Gegenteil. Auch am Samstag schossen sie öfter als der Gegner, der allerdings dank zwei Powerplaytreffern vorlegte (8./26.) und den EHCD damit zu noch mehr Aufwand zwang. Den betrieb Dübendorf auch. «Ich kann meinem Team diesbezüglich keinen Vorwurf machen», sagte Trainer Andrea Cahenzli. «Wir waren besser und bestrebter als im letzten Spiel. Aber im dritten Spiel hintereinander wollte die Scheibe einfach nicht ins Tor».
Belohnt wurde dieser Aufwand deshalb nur einmal: Kurz nach dem 2:0 verkürzte Marvin Alena im Powerplay. Er setzte damit augenscheinlich noch mehr Energie bei den Dübendorfern frei. Im letzten Drittel monopolisierten sie den Scheibenbesitz phasenweise minutenlang, deckten Frauenfeld mit Angriffswellen in hoher Kadenz ein. «Frauenfeld hatte im letzten Drittel eigentlich keine Kraft mehr», sagte EHCD-Stürmer Steven Widmer, «aber immer noch genug, um einen Stock dazwischen zubrigen, sich in die Schüsse zu werfen. Wir rannten an und rannten an. Es sollte einfach nicht sein.» Und als Damian Reichart 97 Sekunden vor Schluss auf die Strafbank musste war das Schicksal der Dübendorfer quasi besiegelt.

